Das gekippte Spiel
Etwas technisches Aufpeppen kann einige Sportarten sehr viel unterhaltsamer machen. Drei Beispiele.
- Veronika Szentpetery-Kessler
Wenn sich einem beim Schreiben mal wieder so richtig die Gehirnwindungen verknotet haben (die Schultern sind sowieso chronisch verspannt), wäre es manchmal gut, mit etwas Sport für Lockerung zu sorgen. Ich bin mir sicher, die Wissenschaft hat schon längst nachgewiesen, dass Bewegung für bessere Denkleistungen sorgt. Und damit meine ich nicht nur den 20 Meter langen Weg zum Kaffeeautomaten und zurück.
Ein Kickertisch wäre ja schon mal ein Anfang. Noch besser würde sich in der Redaktion aber die pneumatische Tischtennisplatte machen, mit der drei pfiffige Praktikanten von Syyn Labs in Los Angeles dem Begriff „ein Spiel kippen“ eine völlig neue Bedeutung gegeben haben. Wie Robb Godshaw, Jisuo Choi und Hoon Oh im Magazin „Popular Science“ berichten, soll ihre Tischtennisplatte einseitige Spiele ausgeglichener gestalten.
Wer also seinen Gegner nicht mit seinem Topspin aus dem Konzept bringen kann, drückt während des Ballwechsels einfach auf einen von vier Knöpfen und schon neigt sich die Platte immer abwechselnd seitlich nach links und nach rechts. Fürs Kippen sorgen eine programmierbare Arduino-Platine und vier druckluftbetriebene Kolben in den Tischbeinen. Befriedigt den Bewegungsdrang und gleichzeitig auch den inneren Geek.
Statt Verdauungsspaziergang nach dem Mittagessen schlage ich Segway-Polo vor. Funktioniert wie das reguläre Pferde-Polo, nur fährt man mit den motorisierten Rollern auf dem Feld herum. Ich wüsste da noch ein Feld schräg gegenüber dem Verlagsgebäude, wo man das Spielfeld unterbringen könnte. Zweimal 10 Minuten dem Ball hinterher jagen, das wär was.
Und für den nächsten Betriebsausflug würde sich statt der Gokart-Bahn doch mal eine Rasenmäher-Rallye anbieten. Diese völlig unterschätzte Sportart, die in Großbritannien unter dem charmanten Motto „per herbam ad astram“ läuft (was in etwa so viel heißt wie „Durch das Gras zu den Sternen“), wäre auch sicher nicht der schlechteste Weg, die Kumpels dazu zu kriegen, beim Trimmen der wuchernden Halme im Garten gerne zu helfen. Kennen Sie noch weitere ausgefallene Sportarten oder gehackte Sportgeräte? Dann schreiben Sie uns gerne. (vsz)