Deutsche Bahn will stärker gegen Metallklau vorgehen
Mit Hightech und der Unterstützung von Schrotthändlern möchte die Deutsche Bahn künftig wirksamer gegen Metalldiebstahl vorgehen. Ein Markierungsspray soll die Diebe bei der Beuteabgabe am Schrottplatz entlarven.
- Hannah Fuchs
Wenn sich der Zug wieder einmal verspätet, ist dies oft gar nicht das Verschulden der Deutschen Bahn (DB), sondern das Werk von Metalldieben, die sich an den Kabeln zu schaffen gemacht haben. Zwar geht die Bahn seit Juni 2011 mit einem unsichtbaren Markierungsspray gegen die Diebe vor, die Ergebnisse sind jedoch noch nicht zufriedenstellend. Um noch mehr Diebe zu überführen, will die Bahn nun Bündnisse mit Schrotthändlern eingehen, die künftig Stahl- und Buntmetalllieferungen schon bei der Warenannahme überprüfen sollen.
Eine Tonne Kupfer bringt knapp 6000 Euro. Die verlockenden Buntmetallpreise sorgen dafür, dass allein die Diebstählevon Drähten, Verbindungs- oder Schienenstücken der DB zwischen 2010 und 2011 um 1000 Delikte auf insgesamt 3000 angestiegen sind. Der Schaden für die DB: 15 Millionen Euro, Reparatur- und Kompensationszahlungen nicht inbegriffen.
Zwar kennzeichnet die Deutsche Bahn ihr Eigentum mit Gravuren, diese können die Diebe aber durch Zersägen entfernen. Seit Juni 2011 versucht die DB daher mithilfe einer unsichtbaren Absicherung gegen den Kabelklau vorzugehen. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurden vorerst die DB-Anlagen in Nordrhein-Westfalen mit einem speziellen Hightech-Spray, bestehend aus einem transparenten Lack und Indikator, markiert. Die eigens für das Unternehmen hergestellte Beschichtung ist mit einem unsichtbaren Zahlencode versehen, der erst unter UV-Licht sichtbar wird. Außerdem haftet der Stoff für einige Tage an den Händen und der Kleidung der Diebe – werden sie kurz nach der Tat gefasst, können sie auch so überführt werden.
Diese neue Diebstahlsicherung führte zwar zu einem Rückgang der Delikte, der Materialschaden jedoch blieb gleich hoch – weniger Diebe klauten insgesamt mehr Metall. Die Abschreckungsmethode allein reichte also nicht aus, um den Kabelklau zu reduzieren.
Um mehr Diebezu überführen, möchte die Deutsche Bahn deswegen künftig enger mit Schrotthändlern zusammenarbeiten, bei denen das Diebesgut am Ende landet. Jeder Schrotthändler soll dazu in Zukunft sämtliche Stahl- und Buntmetalllieferungen mit einer UV-Lampe überprüfen.
Wenn ein Schrotthändler dann bei der Überprüfung markiertes Material entdeckt, sollen Polizeibeamte vor Ort mit USB-Mikroskopen das Spray und den darin enthaltenen Code mit einer Datenbank abgleichen, in der sämtliche Codes und Eigentümer gelistet sind. Für Juli sind weitere Gespräche zwischen der Deutschen Bahn, Stahlrecyclern und der Polizei geplant, um eine gezielte Vorgehensweise gegen den Metalldiebstahl auszuarbeiten. ()