Versandhaus Otto wächst durch Internet-Handel
Die Online-Nachfrage bei dem weltweit größten Versandhändler stieg um 33 Prozent auf mehr als vier Milliarden Euro, davon kamen 2,8 Milliarden Euro in Deutschland. Otto ist damit auch der weltweit zweitgrößte Online-Händler nach Amazon.
Der weltweit größte Versandhändler Otto hat seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr noch stärker gesteigert als den Umsatz. Der Umsatz nahm im zum 28. Februar beendeten Geschäftsjahr 2006/07 um 4,5 Prozent auf 15,2 Milliarden Euro zu. Das Ergebnis vor Steuern (EBT), das im vergangenen Jahr bei 459 Millionen Euro lag, werde noch deutlicher zunehmen, teilte die Otto Group nach vorläufigen Berechnungen mit. Wachstumsimpulse kamen vor allem aus dem Handel über das Internet. Die weltweite Online-Nachfrage stieg um 33 Prozent auf mehr als vier Milliarden Euro, davon 2,8 Milliarden Euro in Deutschland. Damit rangiert Otto weltweit auf dem zweiten Rang der Online-Händler hinter Amazon und ist Marktführer in Deutschland.
"Wir sind mit dem erreichten Umsatz und Ertrag in allen Segmenten unseres Unternehmens sehr zufrieden", sagte Konzernchef Michael Otto. In Deutschland, wo Otto im Jahr zuvor Umsatz verloren hatte, sei die Wende mit einem Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro gelungen. Otto führte diese Entwicklung gegen den Markttrend vor allem auf innovative Katalog- und Internet-Konzepte zurück. Ohne die negativen Auswirkungen der Mehrwertsteuer-Erhöhung, die den Umsatz der Universalversender in den Monaten Januar und Februar negativ beeinflussten, wäre ein noch besseres Ergebnis erreichbar gewesen.
Das wesentliche Wachstum verzeichnete Otto im Ausland, das mittlerweile knapp 55 Prozent zum Konzernumsatz beisteuert. So stiegen die Umsätze im europäischen Ausland um acht Prozent auf 7,0 Milliarden Euro und in Nordamerika um sieben Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. In Asien wirkte sich der starke Euro besonders ungünstig aus, was zu einem wechselkursbedingten Rückgang der Umsätze um 1,4 Prozent auf 267 Millionen Euro führte. Unter den vier Unternehmensbereichen des Otto-Konzerns wuchs das Kerngeschäft Einzel- und Versandhandel mit 0,4 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro am schwächsten. Die höchsten Steigerungsraten mit 31 Prozent auf 590 Millionen Euro erreichte der Bereich Service, zu dem die Hermes Logistik und die Reisesparte zählen. Die Finanzdienstleistungen nahmen um 19 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Der Großhandel verzeichnete ein Umsatzplus von 6,9 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro. (dpa) / (jk)