Adobe stoppt teilweise Freischaltungszwang von Desktop-Software
In einer Mitteilung an Kunden gesteht Adobe das Scheitern des in Acrobat 8 eingefĂĽhrten und fĂĽr alle anderen Desktop-Produkte geplanten Adobe License Manager ein und stoppt fĂĽr Volumenlizenzen das bisher notwendige Freischalten ĂĽber einen Server.
Nach nur drei Monaten Laufzeit beendet Adobe zum 9. April das mit Acrobat 8 eingeführte Verfahren für Volumenlizenzen, das ähnlich wie bei Microsofts Windows Vista und Office 2007 ein Freischalten der Software auf allen Clients erfordert. Ursprünglich wollte der Hersteller den Adobe License Manager (ALM) auf alle anderen Desktop-Produkte für Windows und auch Mac OS X ausdehnen. In einer Ankündigung gesteht Adobe ein, ALM bedürfe mehr zusätzlichen Verwaltungsaufwands, "als viele unserer Kunden zur Verfügung stellen können". In einigen Fällen sei es nicht möglich, bestehende Arbeitsabläufe und Anforderungen mit dem ALM in Einklang zu bringen. In einem Schreiben an die Kunden bittet der Hersteller um Nachsicht für eventuell entstandene Unannehmlichkeiten.
Das Lizenzierungsverfahren sei bereits auf allen seit 9. März ausgelieferten Installationsmedien deaktiviert. Kunden, die diese noch nicht besitzen, können sie bei Adobe anfordern oder entsprechende Installationspakete über die Lizenz-Website herunterladen. Auf bestehende Installationen, die bereits freigeschaltet wurden, habe die Umstellung keine Auswirkung, auf den Desktop-Rechnern sei daher keine Neuinstallation von Acrobat nötig.
Mit dem ALM wollte Adobe die Nutzungsrechte ihrer Anwendungen über elektronische Lizenzen (E-Lizenzen) überwachen, die Desktop-Anwendungen innerhalb von 30 Tagen nach dem ersten Start aus einem Lizenz-Pool beziehen mussten. Diesen Lizenz-Pool verwaltete bislang ein von Adobe betriebener Online-Dienst, optional konnten Lizenznehmer diesen auch auf einem lokalen Server mit spezieller Lizenzsoftware betreiben. Dabei informierten automatische Benachrichtigungen die IT-Abteilung über wichtige Ereignisse, wenn etwa die Lizenzen nahezu ausgeschöpft waren.
Doch schon kurz nach Einführung dieses Lizenzierungsverfahrens gab es offenbar größere Probleme, auf die Adobe mit einer FAQ reagierte. Demzufolge scheiterte der Download von E-Lizenzen häufig mit einer Fehlermeldung, obwohl Administratoren sie auf der Lizenzierungs-Website eingerichtet hatten. Andere Anwender wurden immer wieder aufgefordert, eine Lizenz herunterladen, obwohl sie die Software auf ihrem Desktop längst registriert hatten.
Mit dem jetzigen Schritt ist die Lizenzverwaltung allerdings nicht vom Tisch: Adobe hat gleichzeitig angekündigt, das Verfahren grundlegend zu verbessern und eine neue Lösung in alle Haupt-Desktop-Anwendungen zu integrieren, die ab dem kommenden Jahr erscheinen. ()