Indiens Finanzminister sieht Green Card positiv
Indien fürchtet keinen Fachkräfteschwund durch die Green Card der Bundeswirtschaftsminister will keine Kopplung mit den Ausländergesetzen.
Am heutigen Dienstag tagte zum vierzehnten Mal die deutsch-indische Wirtschaftskommission. Das aus diesem Anlass auch die Pläne der Bundesregierung zu einer "Green Card" für ausländische IT-Fachkräfte eine Rolle spielten, verwundert nicht: Konzentriert sich doch die öffentliche Diskussion um das Vorhabens zu einem großen Teil auf indische EDV-Fachleute.
Indiens Finanzminister Yashwant Sinha zeigte Verständis für die teilweise recht hitzige Debatte um die "Green Card" in Deutschland. Ein Slogan wie "Kinder statt Inder" sei in einer demokratischen Diskussion normal. Indien habe ein riesiges Potenzial an Fachkräften, das es mit dem Ausland teilen wolle. Wegen der limitierten Zahl von "Green Cards" werden seiner Ansicht nach in Deutschland keine Arbeitsplätze gefährdet. Er befürchtet andererseits auch keinen Schwund an Computer-Spezialisten im eigenen Land: "Wir haben 50 Millionen davon, da können wir einige abgeben."
Bundeswirtschaftsminister Werner Müller sprach sich gegen eine Kopplung der Arbeitserlaubnisse für ausländische EDV-Fachkräfte an die Ausländergesetzgebung aus. Die "Green Card" solle eine schnelle Hilfe für einen schwachen Zweig der deutschen Industrie bieten. Deshalb soll sie nach Ansicht von Müller auch auf diese Branche beschränkt bleiben. Er hofft allerdings, dass das Vorhaben die Beschäftigungsverhältnisse für ausländische Fachleute vereinfachen werde; ihre Arbeitsbedingungen müssten jedoch verbessert werden. Müller äußerte in diesem Zusammenhang Verständnis für die Kritik aus dem Ausland. Außerdem erfüllten die bis jetzt vorgelegten Vorschläge zur "Green Card" die Anforderungen der Wirtschaft noch nicht. (jk)