Zusätzliche Frequenzen für Wimax in Aussicht
Die Bundesnetzagentur will weitere Frequenzbänder für schnelle drahtlose Internetzugänge freigeben. Zur Disposition steht unter anderem das UMTS-Erweiterungsband.
Die Bundesnetzagentur plant, über das bereits genutzte 3,5-GHz-Band (3400 - 3600 MHz) weitere Frequenzbänder für den Broadband Wireless Access (BWA) bereitzustellen. In Betracht gezogen wird dabei unter anderem der unmittelbar benachbarte Frequenzbereich von 3600 – 3800 MHz. In diesem Bereich werden jedoch auch einige Richtfunkstrecken betrieben, sodass BWA-Lizenzen nur unter der Bedingung der Kompatibilität mit den bereits bestehenden Funkdiensten vergeben werden könnten. Hierzu sei in der zweiten Jahreshälfte ein Konsultationsverfahren geplant, erklärte Klaus-Udo Marwinski von der Bundesnetzagentur auf einem Wimax-Kongress, der diese Woche in Berlin stattfand. Des Weiteren gebe es Überlegungen, das Spektrum zwischen 5725 und 5825 MHz für breitbandige Funkanschlüsse zu öffnen, wobei dieses Band dann wahrscheinlich sogar lizenzfrei genutzt werden darf. Konkrete Vorschläge zu den möglichen Zuweisungs- und Nutzungsbedingungen will die Regulierungsbehörde ebenfalls im zweiten Halbjahr vorlegen.
Erhebliche Diskussionen dürfte es über den dritten Frequenzbereich 2500 – 2690 MHz geben. Dieses so genannte "IMT-2000 Extension Band" war ursprünglich als Frequenzreserve für digitale zelluläre Mobilfunkdienste – im Klartext: für die UMTS-Betreiber – vorgesehen. Inzwischen vertreten die Regulierungsbehörden in Europa jedoch zunehmend die Auffassung, dass die Frequenzvergabe grundsätzlich nicht mehr systemspezifisch, sondern technologie- und dienstneutral erfolgen solle. Wenn nun die Betreiber von "Mobile Wimax"-Netzen nach dem IEEE 802.16e-Standard nun ebenfalls einen Anspruch auf die Nutzung dieses Bandes geltend machen, könnte dies zu einer Nagelprobe der neuen Regulierungspolitik werden. Das öffentliche Konsultationsverfahren zur Zukunft des UMTS-Erweiterungsbandes soll Anfang April starten.
Unterdessen stehen im 3,5-GHz-Band noch einige Frequenzen für breitbandige Funkanschlüsse zur Verfügung. Bei der Versteigerung im Dezember, bei der sich Clearwire Europe, Deutsche Breitband Dienste und Inquam Broadband bundesweite Lizenzen sowie die MGM Productions Group und Televersa Online für den Raum München und Ostbayern Regionallizenzen sicherten, waren etliche Frequenzpakete in den restlichen der insgesamt 28 Regionen ohne Zuschlag geblieben. Über das Vergabeverfahren für die verbliebenen Regionallizenzen wird nun neu nachgedacht; Anregungen nimmt die Bundesnetzagentur noch bis zum 21. Mai entgegen.
Bisher erlauben die Lizenzbedingungen den BWA-Betreibern nur stationäre oder portable Funkanschlüsse innerhalb der Funkzelle. Echte Mobilfunkdienste mit nahtlosem Handover beim Wechsel von einer Funkzelle in die nächste sind nicht zulässig – nach den geltenden Frequenzbereichszuweisungs- und Frequenznutzungsplänen kann die Bundesnetzagentur die Zuteilungen nur für feste Funkdienste erteilen. Beide Dokumente würden jedoch überarbeitet, kündigte Marwinski an, sodass die Wimax-Betreiber demnächst auch mobile Dienste anbieten können. Möglicherweise dämpft diese Aussicht ja auch etwas den Wettbewerb mit den Mobilfunkbetreibern um das UMTS-Erweiterungsband. (Richard Sietmann) / (pmz)