Russische Firmen wollen ungarische Telekom-Tochter
Auf russischer Seite lasse der Mischkonzern AFK Sistema, dem das Mobilfunkunternehmen MTS gehört, zudem nicht locker bei den Bemühungen, ins Geschäft mit der Telekom zu kommen.
Russische Unternehmer bieten der Deutschen Telekom einem Zeitungsbericht zufolge erneut eine Beteiligung am größten Mobilfunk-Anbieter des Landes an. Sie wollen dafür die Mehrheit am ungarischen Ex-Telefonmonopolisten Magyar Telekom, schrieb die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag unter Berufung auf "mit dem Vorgang vertraute Personen". Auf russischer Seite lasse zudem der Mischkonzern AFK Sistema, dem das Mobilfunkunternehmen MTS gehört, nicht locker bei den Bemühungen, ins Geschäft mit der Telekom zu kommen.
Im vergangenen Jahr soll dem Vernehmen nach das Interesse von Sistema an einem groß angelegten Einstieg bei der Deutschen Telekom im Tausch gegen eine MTS-Beteiligung an einem Veto der Bundesregierung gescheitert sein. Der russische Telekommunikationsminister Leonid Reiman hatte erst vor Kurzem auf der CeBIT in Hannover das Interesse an einer Partnerschaft mit der Telekom bekräftigt.
Die Erfolgschancen auch für den neuen Anlauf seien allerdings gering, hieß es in der Zeitung. Allein schon deswegen, weil ein Verkauf von Magyar Telekom an ein Unternehmen aus Russland auf einen erbitterten Widerstand der Budapester Regierung stoßen dürfte. Die Telekom hält 59,2 Prozent an dem ungarischen Konzern. Russische Telekommunikationsanbieter sind auf einem aggressiven Expansionskurs vor allem in anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, nehmen aber verstärkt auch ehemalige Ostblock-Länder ins Visier. Die Telekom war in den 90er-Jahren bereits maßgeblich an MTS beteiligt, verkaufte den Anteil jedoch.
Siehe dazu auch:
- Russischer Minister bestätigt Interesse an Telekom-Beteiligung
- Finanzministerium: Sistema spielt bei Telekom keine Rolle
- Zeitung: Sicherheitsexperten warnen vor russischer Beteiligung bei der Telekom
- Ein zweiter Anlauf von Sistema fĂĽr eine Telekom-Beteiligung
- Russische Sistema weiter an der Deutschen Telekom interessiert