Digitale Gräben schließen sich langsam
Zwischen Männern und Frauen, Alten und Jungen und Hauptschulabgängern und Abiturienten gibt es bei der Internetnutzung immer noch Gräben. Sie scheinen sich – mal schneller, mal langsamer – weiter zu schließen.
In Deutschland gibt es innerhalb verschiedener Bevölkerungsgruppen immer noch digitale Gräben, die sich oft nur langsam schließen. So nutzten im zweiten Quartal 2012 rund 82 Prozent der Männer und 71 Prozent der Frauen das Internet. Das hat die Forschungsgruppe Wahlen durch telefonische Befragung von 3798 Deutschen ab 18 Jahren herausgefunden (PDF-Datei). Vor einem halben Jahr betrug das Verhältnis zwischen männlichen und weiblichen Internetnutzern noch 80 zu 68, das heißt der Abstand verkürzte sich um einen Prozentpunkt.
(Bild: Forschungsgruppe Wahlen)
Noch tiefer oder weiter erscheint die Kluft zwischen 18- bis 24-Jährigen, die auf 97 Prozent kommen, und den Befragten im Alter ab 60 Jahren mit 47 Prozent. Immerhin stieg der Anteil der Internetnutzer innerhalb der ältesten Altersgruppe innerhalb der vergangenen sechs Monate um 7 Prozentpunkte, während innerhalb der jüngsten Altersgruppe der Anteil um einen Prozentpunkt zurückging.
Der Anteil der Internetnutzer unter den Hauptschulabgängern ohne Lehre stieg im gleichen Zeitraum um 5 Prozentpunkte auf 47 Prozent an. Menschen mit Hochschulreife kamen auf 95 Prozent gegenüber 94 Prozent vor ein halben Jahr. Der Anteil der Internet-Nutzer lag bei Selbstständigen bei 86 Prozent und bei leitenden Angestellten und höheren Beamten bei 83 Prozent, bei einfachen bis mittleren Angestellten und Beamten lag der Anteil bei 78 Prozent. Unterrepräsentiert waren lediglich Arbeiter mit einem Nutzeranteil von 67 Prozent.
Leicht unter dem Durchschnitt aller Deutschen lag im zweiten Quartal 2012 der Anteil der Internet-Nutzer unter den Parteianhängern der CDU/CSU (72 Prozent), der SPD (73 Prozent) sowie der Linken (75 Prozent). Überdurchschnittlich hoch fiel der Anteil hingegen bei den Anhängern der FDP (82 Prozent), der Grünen sowie der Piraten aus (jeweils 91 Prozent). Im Durchschnitt der gesamten Stichprobe waren 77 Prozent online gegenüber 74 Prozent vor einem Jahr. Der (N)onliner-Atlas der Initiative D21 kam kürzlich auf 75,6 Prozent. Hier allerdings wurde die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 14 Jahren berücksichtigt. (anw)