UMTS- und HSDPA-Modems an den Router geflanscht

DrayTek bietet fĂĽr Router der Serien Vigor2800 und Vigor2910 Firmware-Updates, die einen WAN-Port mit einem schnellen Mobilfunkmodem verbinden.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Verlockend klingt die Idee, den beschleunigten Datendurchsatz von Mobilfunknetzen der dritten Generation (3G) dem Netzwerk verfĂĽgbar zu machen. Die Provider versprechen heute schon Downloads per HSDPA mit bis zu 7,2 MBit/s brutto, dank der Erweiterung HSUPA sollen kĂĽnftig auch in Senderichtung knapp 2 MBit/s zur VerfĂĽgung stehen.

Router-Fabrikant DrayTek bietet für seine Router der Serien Vigor2800 und Vigor2910 ab sofort ein kostenloses Firmware-Update an, das die Router mit marktüblichen HSDPA-Modems von Drittherstellern verbindet – eine Liste bereits getesteter Handys oder USB-Surfboxen für den stationären Mobilfunkempfang findet sich hier.

Nach dem erforderlichen Firmware-Update kann man den bei der Vigor2910-Serie das zweite WAN-Interface mit einem geigneten Funkmodem verbinden, verspricht DayTrek. Da die Vigor2800-Serie nur über eine WAN-Buchse verfügt, wird eine zweite WAN-Schnittstelle am USB-Printerport emuliert. Dank der neuen Firmware könen nun auch Besitzer eines Vigor2800-Routers Dual-WAN-Anwendungen wie Redundanz und Load Balancing nutzen. Daytrek zufolge bleiben beim 3G-Zugang Router-Funktionen wie VoIP, Firewall und VPN-IPSec-Verbindungen erhalten.

In der Praxis sorgen die gegenüber Festnetzverbindungen deutlich höheren Latenzen des 3G-Internetzugangs für Verdruss vor allem unter VoIP-Nutzern und Gamern. Abhilfe ist nicht in Sicht – zwar lässt sich der Duchsatz von HSPA noch weiter aufbohren, doch verheißt erst der Mobilfunk der vierten Generation (Long Term Evolution – LTE) Latenzzeiten auf heutigem Festnetz-Niveau. Derzeit ist LTE noch im Laborstadium, ein kommerzielles Startdatum noch nicht einmal in Sicht. In 3G-Netzen verbieten die Mobilnetzbetreiber in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) die Nutzung von Diensten wie VoIP oder Instant Messaging, lassen die Drahtlos-Surfer aber mitunter gewähren.

Sinnvoll erscheint die Router-Anbindung ans Mobilfunknetz vor allem als redundanter Zugriff beim Ausfall der Festnetzanbindung oder als Load-Balancing-Reserve. Zwar bewerben die Mobilnetzbetreiber, die HSDPA in Deutschland anbieten (Vodafone, T-Mobile und O2) USB-Surfboxen ausdrücklich als Alternative zu Festnetz-DSL für Privatkunden, doch schließen sie per AGB häufig explizit aus, den 3G-Anschluss Dritten zur Mitbenutzung zu überlassen.

Mobilfunk-Anbindung fĂĽr Router
Firmware-Update verbindet Router mit HSDPA-Modems
Hersteller Draytek
Systemanforderungen Router der Serien Vigor2800 und Vigor2910; 3G-Modem
Weitere Informationen Geeignete 3G-Mobilfunkgeräte
Preis Firmware-Update kostenlos

(ssu)