Gigabit-Rausch im Glasfaser-Netz

Während T-Systems und T-Com unter Produktionsbedingungen 40 GBit pro Sekunde in einem Wellenlängenkanal durch eine Glasfaser übertragen, erreicht ein Versuch von Siemens Networks bereits 111 GBit pro Sekunde über eine Distanz von 2400 Kilometer.

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  • Reiko Kaps

Während T-Systems und T-Com unter Produktionsbedingungen 40 GBit pro Sekunde in einem Wellenlängenkanal durch eine Glasfaser zwischen Essen und Nürnberg übertragen, erreicht ein Laborversuch von Siemens Networks bereits 111 GBit pro Sekunde über eine Distanz von 2400 Kilometer.

Laut T-Systems entspricht die realisierte Übertragung den realen Bedingungen in einem Weitverkehrsnetz (WAN). Die Übertragungstechnik stamme von Siemens und Ericsson, die eingesetzten Router von Cisco und Juniper. Bei der Übertragung wurde das DWDM-Verfahren (Dense Wavelength Division Multiplex) eingesetzt, das mit geringen Abständen zwischen den verwendeten Wellenlängen auskommt. Insgesamt sollen bis zu 80 Wellenkanäle machbar sein, deren Gesamtkapazität laut T-Systems 2,5 TBit/s beträgt.

Siemens Networks gab unterdessen bekannt, dass das Unternehmen während eines Versuchs 111 GBit/s über einen Wellenlängenkanal per DWDM übertragen hat. Für den Versuch nutzten die Forscher eine bestehendes 10-GBit-Netz aus herkömmlicher Single-Mode-Glasfaser (SSMF) und übertrugen auf 10 unabhängigen Wellenlängenkanälen im Abstand von 50 Gigahertz jeweils 111 Gigabit pro Sekunde über eine Entfernung von 2400 Kilometer. Laut Siemens Networks lässt sich diese Technik mit heutiger Netzwerk-Infrastruktur mischen, sodass ein einfacher Umstieg beispielsweise zu 100-Gigabit-Ethernet möglich werde. Außerdem könne die Technik bis zu 160 unabhängige Wellenlängenkanäle pro Faser nutzen. Sowohl das T-Systems-Projekt als auch der Siemens-Networks-Versuch wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. (rek)