Themenmolekül: Anregend und äußerst sonderbar
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute unter anderem mit Kätzchen-Mikroben, Doping in der viktorianischen Ära und obduzierten Lego-Männchen.
- Peter Glaser
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Heute unter anderem mit Kätzchen-Mikroben, Doping in der viktorianischen Ära und obduzierten Lego-Männchen.
Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.
Ein interessanter Ausflug in das Meguro Parasitological Museum in Tokio (ab 2:12, "Try to think about parasites without a feeling of fear, and take the time to learn about their wonderful world of the Parasites."). Den einleitenden Bericht über die sehr japanische Subkultur der Maid Cafes im Nerd-Schlaraffenland Akihabara (Electric City) kann man unter dem Gesichtspunkt der Gegenwartsethnologie oder einfach mit offenem Mund zur Kenntnis nehmen.
Ein Kessel Buntes: Unsichtbare Tinte aus Mikroben – Codierte Bazillen. Strychnin-Injektionen, Kokain-Tinkturen und ein wenig am Alkohol nippen – Doping in der viktorianischen Ära. Der schöne Schwarze Tod – Yersinia pestis unter dem Elektronenrastermikroskop. Eine nicht unvergnügte Liste mit zehn der tödlichsten Proteine der Erde ("Verotoxin: I'm a big fan of this one just because of the name").
Obduktionen von Lego-Männchen von Jason Freeny. Der Künstler hat sich bereits mit Lehrmittel-Plakaten anatomisch korrekter Gummibärchen- und Lebkuchenmann-Präparate einen Namen gemacht. Die berühmten Steinfiguren mit den lakonischen Gesichtszügen, die auf den Osterinseln stehen, sind möglicherweise zu ihren Plätzen "gegangen". Peter Jellitsch – faszinierende wissenschaftliche Zeichnungen von Hand. Der amerikanische Künstler und Fotograf Kevin Van Aelst hat eine Cantor-Menge (auch cantorsches Diskontinuum, Cantor-Staub oder Wischmenge genannt) als Spiegelei in essbare Form gebracht.
Steve Jobs at the Smithsonian: Der späte Steve Jobs war ein Erfinder und Innovator. Die Online-Sammlung des Smithsonian ist eine Hommage an sein Leben und seine schöpferischen Leistungen. Die aus unterschiedlichen Quellen zusammengestellten Materialien sind aufgeteilt in Bereiche wie Collections, virtuelle Ausstellungen, Podcasts, Aktivitäten und Materialien für Unterrichtende. Den Podcasts-Bereich kann man als guten Einstieg empfehlen. Zu hören ist hier unter anderem Deborah Cohn vom US Patent and Trademark Office, die über Jobs und seine Marken spricht. Es gibt auch noch weitere interessante Ressourcen, die sich auf das Leben von Jobs beziehen, darunter ein Auszug aus einem Interview von 1995.
Das niedlichste, knuffigste Mikrobiom-Projekt weit und breit: Mit ihrem Kitten Microbiome Project hebt die Künstlerin Michele Banks Neuigkeiten aus dem Human Microbiome Project ins Heitere und zeigt Kätzchen als Geißeltiere unter dem Mikroskop. Ebenfalls sehenswert sind Michele Banks gemalte Krebszellen (inspiriert von Carl Sagan) und ihre biologischen Wasserfarbmalereien.
Wie beliebte Drinks unter dem Mikroskop aussehen: Ein genussreiches Projekt des Künstlers und Barkeepers William Legoullon. (Leider muss man raten, was da zu sehen ist, sieht aber trotzdem gut aus.)
Zwei sehenswerte Flickr-Fotopools: Scientist Photographers wurde von einer Gruppe bestehend aus Wissenschaftlern, Medizinern und Wissenschafts-Enthusiasten gegründet, die schlicht die Liebe zur Wissenschaft miteinander verbindet. Jedes eingestellte Foto nimmt an einem Weekly Best-Wettbewerb teil. Der Fotopool Weird Science soll der fröhlichen Wissenschaft dienen und bewegt sich zwischen vergnüglich, anregend und äußerst sonderbar. (bsc)