VAD Arrow ECS sieht sich als Wegbereiter für das Cloud-Geschäft im Channel
Mit der Plattform "ArrowSphere" schlüpft der VAD in die Rolle des Cloud-Aggregators für Channel-Partner. Gemeinsam mit Diensteanbietern wie IBM, Citrix, Symantec oder VMware will Arrow Resellern den Aufbau eines eigenen Cloud-Geschäftes ermöglichen.
Während viele andere Handelsunternehmen noch auf der Suche nach ihrem Platz im Markt für Cloud Computing suchen, schreiten die Verantwortlichen beim Value Added Distributor Arrow ECS beherzt voran: Der VAD positioniert sich ab sofort als Cloud Aggregator. Unter dem Namen "ArrowSphere" bringt der Grossist eine Plattform an den Start, die Cloud-Services verschiedener Anbieter bündelt, um sie dem Channel für die komfortable Weitervermarktung parat zu stellen. Während die Gestaltung der Dienste hinsichtlich inhaltlicher und funktionaler Details dem jeweiligen Cloud-Service-Provider vorbehalten bleibt, laufen die vertragliche Abwicklung sowie beispielsweise das Billing für die Reseller und ihre Kunden über das ArrowSphere-Portal. Damit behalte der Channel-Partner die entscheidende Kontrolle über die Geschäftsbeziehung zu seinem Kunden, betont Laurent Sadoun, President von Arrow ECS EMEA.
ArrowSphere soll am 11. Juli zunächst in Großbritannien an den Start gehen. Die Freischaltung in Deutschland, Dänemark, Frankreich und Spanien ist für Mitte September geplant. Arrow-Partner werden dann auf insgesamt 60 unterschiedliche Cloud-Dienste von rund 15 Anbietern zugreifen können, erklärt Julien Peronneau, VP EMEA Services & Business Transformation Arrow ECS. Unter den Kooperationspartnern finden sich beispielsweise IBM, Citrix, Symantec und auch VMware. Insbesondere mit Big Blue arbeitet Arrow auch hierzulande schon seit Längerem in Sachen Cloud zusammen. So hatte der VAD aus Fürstenfeldbruck Anfang 2011 den Vertrieb von SaaS-Lösungen aus dem IBM-Software-Portfolio "via Wolke" übernommen. Seit Juni vergangenen Jahres ist Arrow offizieller IBM-Cloud-Distributor.
(Bild: Arrow ECS)
Auch in den USA hatte Arrow schon mit einzelnen Kooperationspartnern erste Schritte "in die Cloud" unternommen – "nun rollen wir das Projekt ArrowSphere in der EMEA-Region aus", sagte Europa-Chef Sadoun anlässlich der offiziellen Ankündigung am 4. Juli 2012 in London. Reseller, die sich ihren Kunden gegenüber als Anbieter von Cloud Services positionieren wollen, können ArrowSphere in einer individualisierten Form als "My IT Cloud" direkt in ihren bestehenden Webauftritt integrieren. "Auch bei den angebotenen Diensten hat der Partner die freie Auswahl aus dem Portfolio der verschiedenen Cloud Service Provider", erläutert Peronneau. Systemhäuser oder ISVs, die eigene Lösungen als Cloud-Dienst vermarkten möchten, können diese ebenfalls in das Portal einbinden. So kann sich beispielsweise Nils Christian Herbig, Geschäftsführer der SYS-Line Support GmbH, gut vorstellen, nicht nur Cloud Services anderer Unternehmen zu vertreiben, sondern selbst als Anbieter tätig zu werden.
Der IT-Dienstleister aus Netphen bei Siegen ist unter anderem schwerpunktmäßig auch mit eigenen Rechnersystemen im Bereich Serversysteme und High Performance Computing (HPC) aktiv. "Wir betreuen Kunden aus Lehre und Forschung sowie der Industrie, die auch Bedarf an der flexiblen Nutzung von Rechnerkapazitäten aus der Wolke haben", erläutert Herbig im Gespräch mit heise resale. In Kombination mit den übrigen Cloud-Diensten aus der ArrowSphere könnte sich SYS-Line somit künftig als Komplettanbieter von Services positionieren. Herbig sieht hier die Chance, sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu sichern.
(Bild: Arrow ECS)
Für die bereits in ArrowSphere integrierten Cloud Service Provider eröffnet sich andererseits ein enormes Kundenpotenzial – speziell im Umfeld der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die heute schon von den gut 10.000 Arrow-Partnern in der Region betreut werden. Carl Nichols, VP Sales von aap3, ist jedenfalls fest davon überzeugt, dass Cloud Services als echter "Game Changer" das Potenzial haben, den IT-Markt völlig neu zu definieren. Als Solution Provider und IT-Berater habe aap3 bisher vor allem Großkunden betreut. "Über ArrowSphere und die Cloud werden wir künftig auch den Mittelstand bedienen können und somit neue Märkte erschließen", unterstreicht Nichols.
Der entscheidende Vorteil bei den Cloud Services liege für KMUs vor allem darin, bei geringeren Einstiegsinvestitionen auch von einer insgesamt geringeren Komplexität der Lösungen profitieren zu können – auch wenn die Integration der einzelnen Service mitunter keineswegs trivial sei, wie Arrow-ECS-Manager Sadoun einräumt. In dieser Situation stehe der VAD seinen Vertriebspartnern aber mit Expertise und kompetenten Mitarbeitern zur Seite. Auch den speziell in Deutschland ausgeprägten Vorbehalten hinsichtlich einer datenschutzrechtlich einwandfreien Speicherung der Unternehmensdaten in der Cloud begegnet Arrow ECS mit einer konsequent regional ausgerichteten Infrastrukturstrategie: "Wir haben uns für das Portal bewusst für Rechenzentrumspartner in Europa entschieden", erklärt Vice President Julien Peronneau. Das Hosting von ArrowSphere übernimmt NTT. Wie die konkrete Datenhaltung bei den angebotenen Cloud Service im Einzelfall ausgelegt ist, bleibt jedoch in der Verantwortung der Anbieter. ArrowSphere als Cloud Aggregator bündelt lediglich die Vermarktung der Dienste. (map)