Musikmesse: Vom Kabelmikro bis zur LED-BĂĽhnentechnik
Sie ist so etwas wie die unscheinbare kleine Schwester der Musikmesse: die prolight+sound. Hauptthemen seien Veranstaltungsorganisation und Kommunikationstechnik.
Sie ist so etwas wie die unscheinbare kleine Schwester der Musikmesse: die prolight+sound. In den Hallen 8 und 9 auf dem Frankfurter Messegelände geht es nur auf den ersten Blick um Lampen, Boxen und Mischpulte. "Hauptthemen sind Veranstaltungsorganisation und Kommunikationstechnik", erklärt die zuständige Bereichsleiterin der Messe Frankfurt, Cordelia von Gymnich. "Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft wären nicht möglich ohne diese Firmen."
Mehr als 800 Aussteller aus 42 Ländern präsentieren ihre Neuheiten, so viele wie nie zuvor. Bis Samstag werden über 25.000 Besucher erwartet. Größter Aufreger in diesem Jahr ist das Funkmikrofon. 50 Jahre nach seiner Erfindung droht es auszusterben, sagt Volker Bartels vom führenden Hersteller Sennheiser. Er behauptet, dass Sänger bald wieder an die Leine gelegt werden, weil immer weniger Frequenzen für sie zur Verfügung stehen, seit TV-Geräte, Handys und allerlei andere Konkurrenten sich um die wenigen Wellen kloppen.
Während auf der Musikmesse reale Sänger und Musiker auftreten, sind auf der prolight+sound die Stars technischer Natur: LEDs sind aus der Bühnentechnik nicht mehr wegzudenken. Die Firma Gerriets aus der Nähe von Freiburg präsentiert als Weltneuheit "eine Kreuzung aus Bühnenvorhang, Sternenhimmel und Videoleinwand", wie Tobias Rumschöttel erklärt. Die Lämpchen können – von einem Computer gesteuert – unsichtbar werden, wie Sterne funkeln oder Filme zeigen. Gegenüber präsentiert die belgische Firma Arch die angeblich leichteste LED-Bühnentechnik der Welt: "Um einen Quadratmeter Bühnenfläche mit LEDs zu bestücken, müssen die Arbeiter nur sieben Kilogramm schleppen", erklärt Sebastien Clement.
Erstmals auf der prolight+sound gibt es ein Studio, in dem man lernen kann, Videos zu produzieren. Junge Musiker vermarkten ihre Musik immer häufiger selbst über das Internet, erklärt Messe-Bereichsleiterin von Gymnich. Manche würden auch versuchen, selbst ein Video zu drehen, dabei aber bald an ihre Grenzen stoßen. Im Messe-Video-Studio leiten Profis die Neulinge an.
Im Übergang zwischen zwei Hallen wirbt der in Braunschweig ansässige Berufsverband Discjockey e.V. für seinen "DJ-Führerschein". Schon 1700 Männer und Frauen hätten das Zertifikat erworben, berichtet Verbandspräsident Dirk Wöhler. Bei den bundesweit angebotenen Schulungen gehe es vor allem um das Thema Lärmschutz. "Wir wollen den DJs vermitteln, dass sie eine Verantwortung gegenüber ihren Gästen haben", erklärt Wöhler. Im Mittel sollte die Dezibelzahl unter 100 bleiben. "Denn die Qualität der Musik hat nichts mit Lautstärke zu tun."
Zur Musikmesse in Frankfurt siehe auch:
- Vista (noch) kein Thema
- Gemeinsames Spiel ĂĽber das Internet
- Steinberg bringt Musiksoftware fĂĽr Einsteiger
(Sandra Trauner, dpa) / (jk)