Acrobat 8 soll Nutzern mehr Einfluss auf kostenlosen Adobe Reader bringen

Der Softwarehersteller Adobe hat die neue Version 8 seiner Acrobat-Familie angekündigt, bestehend aus den Produkten Acrobat Professional, 3D, Standard und Elements sowie dem Adobe Reader.

vorlesen Druckansicht 62 Kommentare lesen
Lesezeit: 3 Min.

Adobe hat die neue Version 8 seiner Acrobat-Familie angekündigt, bestehend aus den Produkten Acrobat Professional, 3D, Standard und Elements sowie dem Adobe Reader. Mit dem auf CAD-Anwender zugeschnittenen PDF-Paket Acrobat 3D sowie dem auf Druckvorstufe und Office getrimmten Acrobat Professional sollen PDF-Dokumente so präpariert werden können, dass auch Nutzer des kostenlosen Adobe Reader bestimmte Änderungen ausführen und im Dokument speichern können.

Um an einer gemeinsamen Überprüfung von PDF-Dokumenten teilzunehmen, musste man bislang zumindest Acrobat Standard besitzen, für die einfache Kommentierung eines PDF genügte ein Drittherstellerprodukt wie etwa der Jaws PDF Editor. Auch diesen scheint Adobe die Grundlage entziehen zu wollen, denn mit Acrobat 8 Professional und 3D lassen sich Adobe-Reader-Besitzer in gemeinsame und E-Mail-gestützte Überprüfungen einbinden. Darüber hinaus sollen sich diese speziellen PDF-Dokumente und -Formulare im Adobe Reader 8 signieren und speichern lassen.

Kommentare, die während einer gemeinsamen Überprüfung hinzugefügt werden, lassen sich zudem zentral auf einem Webserver oder im Firmennetz ablegen – das soll auch die etwas günstigere Standardversion von Acrobat beherrschen.

Die Möglichkeit, Bearbeitungsfunktionen im kostenlosen Adobe Reader freizuschalten, hat Adobe mit Version 5.1 unter der Bezeichnung Reader Extensions eingeführt. Mit diesen Reader Extensions sichert sich der Hersteller einen Heimvorteil, um die eigene PDF-Software als Formular- und Workflow-Lösung im Firmen- und Behördenumfeld zu etablieren. Denn PDF hat sich dank offen gelegter Spezifikation zu einem Quasistandard entwickelt, weshalb auch der kostenlose Adobe Reader weit verbreitet ist. Die Reader Extensions wiederum hat Adobe nicht offen gelegt. Drittherstellern verbieten die Lizenzbedingungen des Adobe Reader, PDF-Dokumente so zu präparieren, dass sie den Betrachter zur Bearbeitungssoftware umfunktionieren. Rund um diese Erweiterungen hat Adobe einige Serverlösungen aufgebaut. Acrobat Professional konnte bereits mit der vorigen Version die Kommentarfunktionen freischalten, aber keine Unterschriften oder die Teilnahme an E-Mail-Überprüfungen erlauben.

Mit einem neuen Satz an Redaktionswerkzeugen verspricht Acrobat Professional, vertrauliche Daten rückstandslos aus PDF-Dokumenten zu entfernen: Sie kümmern sich um Bilder, Text, Metadaten sowie Kommentare und Lesezeichen. Weitere Verbesserungen – auch in Acrobat Standard – beziehen sich auf das Zusammenführen von Dokumenten sowie MS-Outlook- und Lotus-Notes-E-Mails zu einer PDF-Datei oder einem PDF-Paket.

Die Acrobat-8-Produkte sollen im kommenden November auf den Markt kommen, wobei die Professional- 450 US-Dollar und die Standardversion 300 US-Dollar kosten soll; vergünstigte Upgrades auf Pro beziehungsweise Standard gibt es für Besitzer der Version 3 beziehungsweise 4.

Wie Adobe bereits anlässlich der Macromedia-Übernahme angedeutet hat, lassen sich PDF-Dokumente künftig mit einem Web-Konferenzsystem verzahnen: Zusammen mit Acrobat 8 kündigt der Hersteller Acrobat Connect an, den Nachfolger des von Macromedia entwickelten Breeze. Als Interface dient der Flash-Player. Mit PDF-Dokumenten hat Acrobat Connect allerdings nur so viel zu tun, dass sich eine Session aus Acrobat oder dem Reader heraus starten lässt – vermutlich soll der etablierte Acrobat hier als Zugpferd dienen. (atr)