Prodi-Berater tritt im Streit über Telecom Italia zurück
Italiens Ministerpräsident Romano Prodi hat angekündigt, sich in den nächsten Tagen einer Befragung im Parlament zum Thema Telecom Italia stellen zu wollen.
Im Streit um die Aufspaltung der Telecom Italia ist heute ein Berater des italienischen Ministerpräsidenten Romano Prodi zurückgetreten. Er wolle der Regierung keine Probleme bereiten, erklärte Angelo Rovati. Prodi hatte in der vergangenen Woche beklagt, er sei nicht über die Umstrukturierung des Telekommunikationskonzerns informiert gewesen. Die Entscheidung des Aufsichtsrates, die Festnetztelefonie von der Mobilfunksparte TIM trennen zu wollen, kritisierte der Regierungschef öffentlich.
Die Aufspaltung wird von Beobachtern als erster Schritt für einen Verkauf der Telecom Italia Mobile – eventuell an einen ausländischen Interessenten – gewertet. Prodi betonte, Telecom-Italia-Chef Marco Tronchetti Provera habe ihm in den vergangenen Monaten jedoch mehrfach versprochen, das Unternehmen werde in italienischen Händen bleiben. Über die geplante Neuausrichtung sei er nicht informiert worden.
Im Zuge dieser Kritik war Tronchetti Provera am vergangenen Freitag von seinem Amt zurückgetreten. Rovati sagte mit Blick auf den Manager, es sei zu viel Vertrauen in eine Person gesteckt worden, die ihre Versprechen nicht gehalten habe. Prodi kündigte unterdessen auf Druck der Opposition an, sich in den nächsten Tagen einer Befragung im Parlament stellen zu wollen. (dpa) / (anw)