Fluggesellschaften kritisieren US-Grenzsicherung

Nachdem am vergangenen Wochenende für neun Stunden das Einreisekontrollsystem der Grenzsicherung ausgefallen war, folgt nun die Schelte der Fluggesellschaften.

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Der Dachverband der Fluggesellschaften, die International Air Transport Association (IATA) kritisiert die US-Grenzsicherung für die lange Reaktionszeit auf den Ausfall des Computersystems am Flughafen von Los Angeles. Dort waren am vergangenen Samstag nach neuesten Zahlen 17.000 ausländische Passagiere gestrandet, da sie etliche Stunden nicht über das System kontrolliert werden konnten. Die Zoll-Bediensteten, an kurze Ausfälle "gewöhnt", hätten angenommen, das System werde in Kürze wieder funktionieren. Zudem hätten sie einen weiteren Fehler begangen, indem sie den Provider der Datenleitung zur zentralen Datenbank, Sprint Nextel, zur Verantwortung gezogen haben.

Zunächst habe es vier Stunden gedauert, bis ein Sprint-Techniker zur Stelle war. Dieser habe weitere drei Stunden gebraucht, um festzustellen, dass die Übertragungsleitungen nicht Ursache des Problems seien, berichtet die Los Angeles Times. Sie zitiert IATA-Sprecher Steve Lott, der es wohl verstehen könne, dass ein Computer-System nicht perfekt ist, er sei aber enttäuscht darüber, dass der Zoll keine Pläne für den Eventualfall hatte.

Michael Fleming, Sprecher der Behörde U.S. Customs and Border Protection, erwidert, die Beamten hätten so schnell wie möglich gearbeitet, sie hätten alles Erdenkliche getan. Seine Behörde habe nur nicht mit einem Ausfall dieses Ausmaßes gerechnet, da es bislang nur kurzfristige Ausfälle gegeben habe. So wie in der Nacht auf Montag, als das System erneut seinen Geist aufgab, diesmal für 80 Minuten.

Ursache des Ausfalls am Samstag sei ein Hardware-Fehler gewesen, der den Zugang zum lokalen Netzwerk verhindert habe. Neun Stunden hätten Mitarbeiter der Grenzsicherung und ein Computer-Dienstleister gebraucht, um das Problem zu beseitigen. In dieser Zeit konnten die ausländischen Passagiere nicht in die USA einreisen, da sie nicht mit den Profilen von Terrorverdächtigen abgeglichen werden konnten. (anw)