Google Earth und New Orleans: "Nach-Katrina-Bilder" eingepflegt
Seit Sonntagabend gibt es in Googles Diensten wieder Fotografien aus der Zeit nach dem Wüten des Hurrikans Katrina; zuvor hatte ein US-Kongressausschuss eine Stellungnahme wegen der Verwendung von Bildern des unzerstörten New Orleans verlangt.
Der US-amerikanische Suchmaschinendienstleister Google hat nach eigenen Angaben am Sonntagabend neue Fotografien von der Region New Orleans in seine Bilder- beziehungsweise Kartendienste Earth und Maps eingepflegt. Der zuständige Direktor John Hanke schreibt in einem Blog-Eintrag, es existierten nun qualitativ ausreichende, aktuellere Fotografien, die jene aus der Zeit vor dem August 2005 ersetzen, als der Wirbelsturm Katrina große Teile von New Orleans unter Wasser setzte. Zudem zeigt er sich überrascht über die Reaktionen auf die Entscheidung, die "Nach-Katrina-Bilder" durch Bilder aus der Zeit vor der Verwüstung zu ersetzen und beteuert, das sei kein Versuch gewesen, die Geschichte umzuschreiben.
Ein US-Kongress-Ausschuss für Wissenschaft und Technik hatte von Google-Chef Eric Schmidt vergangene Woche eine Stellungnahme eingefordert. Ihm war vorgeworfen worden, die Verwendung alter Bilder täte den Opfern des Hurrikans Katrina Unrecht, indem sie die Geschichte wegretuschierten. An Schmidts Stelle schreibt nun Hanke, Google sei sich der Bedeutung der Bilder für den öffentlichen Diskurs bewusst. Daher sei er glücklich, die Nachricht überbringen zu können, dass es nun qualitativ gleichwertige Bilder aus der Zeit nach den Sturmverwüstungen gebe.
Zum Hintergrund schreibt Hanke, kurz nach der Sturmkatastrophe seien in Zusammenarbeit mit der Weltraumbehörde NASA und der National Oceanic & Atmospheric Administration in Earth und Maps schnellstmöglich aktuelle Bilder eingespeist worden, um eine nützliche Datenquelle zu bieten. Im September vorigen Jahres seien die "Sturmbilder" im Zuge eines Updates durch ältere Bilder mit höherer Auflösung ersetzt worden. Schließlich sei es Ziel seines Unternehmens, eine Bilderdatenbank bester Qualität zusammenzustellen. Diese Bilder seien auf einer speziellen Seite mit Layern verknüpft worden, aus denen beispielsweise das Ausmaß der Schäden hervorgehe. (anw)