Bundesweite Razzia gegen internationalen Kinderpornoring

Heute wurden im Bundesgebiet 113 Wohnungen, Büros und anderen Räume durchsucht. 14 der 111 Beschuldigten seien geständig, teilt die Polizei mit.

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Bei einer bundesweiten Razzia gegen einen internationalen Online-Kinderpornoring hat die Polizei umfangreiches Material sichergestellt. In ganz Deutschland wurden 113 Wohnungen, Büros oder andere Räume durchsucht, teilte die Polizei heute in München mit. Die Ermittlungen richten sich gegen 111 Mitglieder einer internationalen Plattform im Internet, die kinderpornografische Bilder verbreitet haben soll. Die Ermittlungen gegen den Ring laufen seit Dezember 2004.

Bei der internationalen Plattform, die wegen der Sperrung durch den Provider Mitte Oktober 2004 lediglich fĂĽnf Tage existierte, meldeten sich in dieser Zeit weltweit fast 1500 Mitglieder an, geht aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft MĂĽnchen hervor. In den fĂĽnf Tagen seien 2942 Bilddateien eingestellt worden, wovon etwa 2700 als kinderpornografisch eingestuft wurden.

Die Mitglieder hätten sich im Internet gezielt zum Tauschen und Verbreiten von kinderpornografischen Bilddateien getroffen. Jedes Mitglied, das derartige Dateien heruntergeladen hat, habe sich bereits wegen Besitzes von Kinderpornografie strafbar gemacht, heißt es weiter. Von 1007 festgestellten ausländischen Tatverdächtigen wurden die Anzeigen des Polizeipräsidiums München über das Bundeskriminalamt an die jeweiligen ausländischen Staaten weitergeleitet.

Außer in Bayern wurden Wohnungen und andere Räume in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen durchsucht. Dabei seien bisher 86 PCs, 67 Peripheriegeräte, über 3500 CDs und DVDs, knapp 800 Disketten und 300 Videokassetten sichergestellt worden. Bisher seien deutschlandweit 14 Tatverdächtige geständig. Die Auswertung des gesamten Materials werde noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, so dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine abschließenden Zahlen genannt werden können, teilt die Polizei mit. (anw)