ATI gibt CrossFire auf Mainboards mit Intels 965-Chipsätzen frei

Auch auf Mainboards mit zwei PEG-Slots und Intels Mainstream-Chipsatz P965 gelingt mit neuen ATI-Treibern nun CrossFire, das die Kopplung zweier Grafikkarten zur Leistungssteigerung ermöglicht.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Nachdem ATI CrossFire bisher nur auf den eigenen Mainboard-Chipsätzen sowie Intels High-End-Desktop-Chipsätzen 955X und 975X ermöglichte, geben die gestern neu vorgestellten Grafiktreiber Catalyst 6.9 für Windows XP die Technik zum Zusammenschalten zweier Grafikkarten nun auch offiziell auf Mainboards mit Intels Chipsatzfamile 965 frei. Damit sind nun zahlreiche der in den vergangenen Monaten neu eingeführten P965-Mainboards mit Intels Mainstream-Chipsatz und zwei PEG-Slots für CrossFire geeignet.

Bisher hatte ATI die Technik zur Leistungssteigerung durch Kopplung zweier Grafikkarten auf dem P965 blockiert. Anders als die Intel-Chipsätze 955X und 975X unterstützt er zwei PEG-Slots auch gar nicht offiziell – vielmehr tricksen zahlreiche Mainboard-Hersteller und binden einen PEG-Slot mit den bei PEG üblichen sechzehn PCIe-Lanes über die Northbridge an, während der zweite nur mit zwei oder vier PCIe-Lanes über die Southbridge kontaktiert wird. Die maximale Datentransferrate zur PEG-Karte im zweiten Slot ist daher auf ein halbes oder ganzes Gigabyte statt der üblichen 4 GByte pro Sekunde (vollduplex) beschränkt.

Intels 975X hingegen bindet die beiden PEG-Slots beim Betrieb mit zwei Grafikkarten jeweils mit acht PCIe-Lanes an und ermöglicht so eine Datentransferrate bis zu 2 GByte/s pro Karte. Ähnlich funktioniert es bei Nvidias aktuellem Chipsatz nForce 570 SLI und der Grafikkartenkopplung mit Nvidias SLI (Scalable Link Interface) – auf dem Chipsatz des ärgsten Konkurrenten dürfte ATI den Tandem-Betrieb zweier Grafikkarten aber wohl weiterhin nicht freigeben, ähnlich wie Nvidia SLI nicht auf ATIs Chipsätzen sowie auf allen Intels-Chipsätzen für Desktop-Mainboards im Treiber blockiert.

Mainboards mit Intels P965 und zwei PEG-Slots für Grafikkarten sind bereits zahlreich im Handel – etwa von Asus, Elitegroup (ECS), Gigabyte und MSI. Einige davon testete c't bereits in Ausgabe 19. Dabei fiel auf, das die P965-Mainboards mit zwei PEG-Slots beim Betrieb mit zwei Grafikkarten zumeist einen oder mehrere der ebenfalls vorhandenen PCIe-x1-Slots lahmlegen, da schlicht nicht mehr genug PCIe-Lanes zur Anbindung aller Slots vorhanden sind. Neben den sechzehn PEG-Leitungen der Northbridge des P965 bietet die zugehörigen Southbridges ICH8 und ICH8R nämlich nur vier beziehungsweise sechs PCIe-Lanes. Bei der Kopplung mit CrossFire konnte im c't-Test ein Mainboard mit 945P zudem nicht ganz die auf dem 975X erzielten Leistungswerte erzielen. Da 945P genau wie der P965 offiziell keine zwei PEG-Slots ermöglicht, tricksen mache Mainboardhersteller auch hier mit der Southbridge.

Laut verschiedenen Berichten in internationalen Online-Medien soll der neue Treiber des derzeit von AMD übernommenen Grafikspezialisten die CrossFire-Kopplung auf der 965-Familie jedoch bisher nur mit DirectX-Software ermöglichen – OpenGL-Spiele müssen auf den Tandem-Betrieb vorerst noch verzichten. (thl)