Holpriger Start des Webhosters 1blu
Der im November 2005 gestartete Webhoster 1blu kämpft mit technischen Problemen und Lieferschwierigkeiten.
Im November 2005 war der Webhoster 1blu mit dem Ziel gestartet, dem etablierten Mitbewerb wie Strato und 1&1 erheblich Marktanteile abzugraben. Diverse Leserzuschriften an heise online sowie reichlich gefüllte Webforen, in denen frustierte Kunden ihrem Ärger Luft machen, zeugen nun davon, dass 1blu in den ersten Wochen mit vielerlei Problemen zu kämpfen hat.
Bei den Webspace-Komplettpaketen kann der Hoster bis zum heutigen Tag einige der versprochenen Leistungen nicht bereitstellen. Zum Start war es den Kunden beispielsweise nicht möglich, selbst Subdomains zu ihrer Hauptdomain einzurichten. Dieses Manko hat 1blu inzwischen behoben.
Nach wie vor stellt der Provider allerdings entgegen den Paketbeschreibungen keinen ssh-Zugang zur Verfügung, auch Cronjobs können Kunden noch nicht einrichten. Überdies hatte 1blu offenbar Probleme mit der Sicherheit seiner Systeme. Leser berichteten dokumentiert mit Screenshots, dass es mit einem simplen Trick möglich war, Kundendaten und Passwörter von fremden Accounts auszuspionieren. Ein Test von heise online ergab, dass dieses Problem allem Anschein nach nicht mehr besteht.
Kunden, die bei 1blu einen dedizierten Linuxserver bestellt haben, klagen über wochenlange Wartezeiten bis zur Bereitstellung des Geräts. Haben sie endlich Kontrolle über das neue Gerät, vermissen viele den verspochenen Zugriff über eine serielle Konsole von einem anderen Host aus.
Im Gespräch mit heise online bestätigte 1blu-Vorstand Johann Dasch, dass "in der Tat noch nicht alles optimal läuft". Man habe "nicht damit gerechnet, dass gleich im ersten Monat so viele Kunden bestellen". Tatsächlich seien zum Start keine Subdomains zu ordern gewesen. ssh-Verbindungen und Cronjobs sollen in dieser Woche verfügbar sein.
Die Lieferschwierigkeiten bei dedizierten Servern bestätigte Dasch ebenfalls: "Momentan müssen die Kunden etwa vier Wochen auf ihre Server warten, weil wir einen Lieferantenengpass haben, der voraussichtlich bald abgebaut sein wird." Alle Server sollen in den kommenden Wochen mit den versprochenen seriellen Konsolen nachgerüstet werden.
Viele der von Kunden monierten Probleme seien auf "Verständnisschwierigkeiten" zurückzuführen. "Wir erlauben den Kunden beispielsweise anders als unser Wettbewerb, selbst ihre DNS-Einstellungen zu ändern." Das Frontend dazu sei aber offenbar schlecht dokumentiert gewesen, sodass sich einige Kunden durch Manipulation der DNS-Konfiguration unbewusst selbst von einem Teil der Dienste ausgesperrt hatten. Man sei daher dabei, die Dokumentationen zu den Services zu überarbeiten und zu erweitern. (hob)