Lucent Deutschland rechnet mit profitablem Wachstum
Im Geschäftsjahr 2004/05 steigerte Lucent Deutschland nach eigenen Angaben die Erlöse im Kerngeschäft, das sich aus dem Vertrieb in Deutschland sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen für den Konzern zusammensetzt, um 15 Prozent.
Die deutsche Tochter des US-amerikanischen Telekommunikationsausrüsters Lucent Technologies rechnet nach einer deutlichen Umsatzsteigerung im vergangenen Jahr auch 2006 mit profitablem Wachstum. Dabei werde man sich auf Zukunftsfelder wie Internet-Telefonie, Multimedia-Anwendungen und die nächste Generation optischer Netze konzentrieren, sagte Geschäftsführer Rainer Fechner am heutigen Donnerstag in Nürnberg.
Im Geschäftsjahr 2004/05, das am 30. September endete, steigerte Lucent Deutschland die Erlöse im Kerngeschäft, das sich aus dem Vertrieb in Deutschland sowie Forschungs- und Entwicklungsleistungen für den Konzern zusammensetzt, um 15 Prozent auf 400 Millionen Euro. Das Wachstum komme vor allem aus dem Vertrieb, berichtete Fechner. Der Anteil der Forschungs- und Entwicklungsleistungen betrug konstant rund 120 Millionen Euro. Lucent Deutschland beschäftigt rund 1400 Mitarbeiter, davon 1250 in Nürnberg. Lucent will die genauen Geschäftszahlen für den Gesamtkonzern am 24. Januar der Öffentlichkeit präsentieren.
Als wichtigstes Zukunftsthema nannte Vertriebschef Hans-Burghardt Ziermann die IP-basierte Netzarchitektur IMS ("IP Multimedia Subsystem"). Sie ermögliche Nutzern eine Kombination von Telefonie, schnellem Internet-Zugang, Videodiensten und weiteren Informationsservices. Für Netzbetreiber bilde IMS die Grundlage, um neue Multimediadienste dem Markt schnell zugänglich zu machen. "Wir werden einen intensiven Wettbewerb um die Kunden erleben", sagte Burghardt-Ziermann.
Deutschland-Chef Fechner zeigte sich überzeugt, dass Lucent auf diesem "heiß umkämpften Markt" gut aufgestellt sei. "Wir haben wesentliche Grundlagen für weitere erfolgreiche Geschäftsjahre gelegt", unterstrich er, ohne jedoch eine konkrete Wachstumsprognose abzugeben. Die deutsche Ländergesellschaft Lucent Technologies Network Systems GmbH arbeite in Kernbereichen des Konzerns. Wichtige Kunden sind etwa die Deutsche Telekom oder Arcor. Der Marktanteil am deutschen Infrastrukturmarkt habe sich leicht verbessert und liege bei mehr als acht Prozent, sagte Fechner. Die Vertriebsumsätze seien insbesondere durch ein starkes Festnetzgeschäft getragen worden. So lieferte Lucent neue Netztechnik für das optische Transportnetz der T-Com. An Arcor wurde Technik für ISDN- und DSL-Anschlüsse geliefert.
Mitte 2005 habe Lucent weltweit ein einheitliches Auftragsmanagement für seine Ländergesellschaften eingeführt, berichtete Fechner. Dadurch habe sich die Berechnungsgrundlage für den Umsatz geändert. Nach dem neuen Abrechnungsmodell lagen die Erlöse 2005 bei rund 320 Millionen Euro. (dpa) / (jk)