Gamescom

3D-Grafikchip fĂĽr Mobiltelefone

Der Chip-Hersteller für Mobilgeräte Qualcomm möchte die Grafik von 3D-Spielen auf Mobiltelefonen verbessern. Mit neuen Chipsätzen soll bald die grafische Qualität von Xbox-360-Spielen erreicht werden.

vorlesen Druckansicht 123 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Zukünftig sollen auch Mobiltelefone 3D-Grafik mit einem zusätzlichen Chip beschleunigen. Laut Bob Shakib von Qualcomm CDMA Technologies könnte bereits in naher Zukunft die Handy-Grafik der der Xbox 360 gleichen; durch die Hardware-Beschleunigung würde sogar der Akku des Mobiltelefons geschont.

Qualcomm stellte auf der Games Convention Developer Conference (GCDC) in Leipzig eine Demo des Handy-Spiels "Neo Core" vor. Die Demo lief mit 36 FPS, verwendete 2,33 MByte an Texturen und zeigte Partikel- und Bump-Mapping-Effekte. Dank der neuen "Q3Dimension" genannten Technik können 3D-Modelle mit bis zu 4000 Polygonen berechnet werden. Die maximale Auflösung beträgt 640 × 480 Pixel und das Mobilgerät kann die Videoausgabe auf einen Fernseher umleiten. Die Hardwarebeschleunigung arbeitet entweder auf OpenGL-ES-Basis oder auf Windows-Mobile-Telefonen mit einer mobilen Version von Direct3D. Der Chip kann darüber hinaus Filme in MPEG-4 AVC (H.264) sowie MP3- und AAC-Ton dekodieren und den Hauptprozessor des Handys entlasten.

Fraglich ist allerdings, ob es ausreichend Anwender gibt, die 3D-Spiele auf einem Handy überhaupt spielen wollen. Denn die Eingabemöglichkeiten sind beschränkt und Spiele lassen sich in der dritten Dimension meistens nur umständlich steuern. So scheiterte bereits das N-Gage von Nokia, das zwar 3D-Grafik, aber keine spaßigen Spiele zu bieten hatte. Die überaus erfolgreiche Taschenkonsole Nintendo DS verzichtet hingegen weitgehend auf 3D-Grafik. Kassenschlager wie "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" setzen eher auf übersichtliche 2D-Bilder und einfache Bedienung.

Um die Entwicklung neuer Spiele anzukurbeln, gründete Qualcomm die 100 Million Gaming Phone Alliance, die den Markt für 3D-Handy-Spiele vergrößern soll. Sie soll mit Mobiltelefonherstellern und Spieleentwicklern eng zusammenarbeiten. Ob es aber tatsächlich eine Nachfrage für Xbox-360-Grafikeffekte auf winzigen Handy-Displays gibt, muss sich erst noch zeigen. (Dennis Schirrmacher) / (hag)