Elektronische Gesundheitskarte: Bitkom warnt vor abgespeckten Tests [Update]

Der IT-Branchenverband befürchtet, dass die eGK als "Leuchtturmsprojekt" der deutschen Wirtschaft mit der kompletten Online-Kommunikation erst dann realisiert wird, wenn andere Länder ebenfalls ihre Karten-Projekte angehen.

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Von
  • Detlef Borchers

Der IT-Branchenverband Bitkom warnt in einer Stellungnahme davor, die Testläufe zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) nur in abgespeckter Form durchzuziehen. "Der Start mit einer Offline-Phase darf aber nur ein Durchgangsstadium sein", sagte Bitkom-Vizepräsident Jörg-Menno Harms in Reaktion auf die Nachrichten von einer beschleunigten Einführung der eGK.

Außerdem mahnt der IT-Verband, dass bei der elektronischen Patientenakte keine Insellösungen entstehen dürfen, die untereinander nicht kompatibel sind. Diese Warnung erfolgt vor dem Hintergrund, der ePA Junior (PDF-Datei), einer elektronischen Patientenakte der Compugroup, die in Rheinland-Pfalz ab 2008 allen Neugeborenen bis zum 6. Lebensjahr kostenlos zur Verfügung gestellt wird. In der elektronischen Akte sollen Ärzte alle wichtigen gesundheitlichen Ereignisse des neuen Erdenbürgers lückenlos dokumentieren.

Auf der anderen Seite hat sich die Barmer Kasse für ihre Versicherten für die eine Patientenakte auf Basis des Life Sensors der InterComponentWare entschieden. Sie soll 20 Euro im Jahr für alle Versicherten kosten, die nicht an einem Bonusprogramm teilnehmen. Der Arzt kann mit Zustimmung des Aktenbesitzers Gesundheitsdaten direkt in die Akte kopieren. Wo das aus technischen Gründen derzeit noch nicht möglich ist, kann der Patient Daten, die ihm der Arzt digital gibt, selbst in die Akte hochladen oder Daten, die ihm auf Papier vorliegen, direkt in seine persönliche Akte faxen.

Insgesamt befürchtet der Bitkom, dass die eGK als "Leuchtturmsprojekt" der deutschen Wirtschaft mit der kompletten Online-Kommunikation erst dann realisiert wird, wenn andere Länder ebenfalls ihre Karten-Projekte angehen. Man müsse insgesamt aufs Tempo drücken, damit die deutsche Industrie jetzt die Grundlagen für ein "Vorzeigeprojekt mit Weltmarktpotenzial" legen könne.

Siehe dazu auch den Online-Artikel in c't – Hintergrund mit Links zur aktuellen und bisherigen Berichterstattung über die elektronische Gesundheitskarte und die Reform des Gesundheitswesens:

(Detlef Borchers) / (jk)