Erholungszeichen auf dem Hightech-Arbeitsmarkt des Silicon Valley

Zum ersten Mal in den vergangen vier Jahren ist 2005 die Zahl der Arbeitsplätze im Silicon Valley gestiegen, lautet das Fazit eines Reports von Joint Venture Silicon Valley.

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  • JĂĽrgen Kuri

Zum ersten Mal in den vergangen vier Jahren ist 2005 die Zahl der Arbeitsplätze im Silicon Valley gestiegen, lautet das Fazit eines Reports von Joint Venture Silicon Valley. Die Organisation repräsentiert Firmen und Regierungsorganisationen in der US-amerikanischen Region um San Francisco und San Jose, die für ihre Hightech- und Computerindustrie berühmt wurde. Auch wenn netto nur 2000 neue Jobs hinzukamen, werten Beobachter dies als Zeichen, dass sich die Bedingungen für das Hightech-Kapital nach einer langen Durststrecke wieder verbessern. Auch hofft man offensichtlich, dass sich die wirtschaftliche Erholung der vergangenne zwei Jahre, die ohne neue Arbeitsplätze vonstatten ging, nun auch stärker auf den Arbeitsmarkt auswirkt, schreibt etwa die New York Times.

Immer noch ist aber der Arbeitsmarkt weit von dem entfernt, was er den Beschäftigten und Arbeitssuchenden 2000 bot: Die Beschäftigungszahlen für 2005 liegen weit hinter diesem Boomjahr zurück. Während des Dot.com-Booms entstanden im Silicon Valley 350.000 neue Jobs, von denen in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts 200.000 wieder verlorgen gingen. Die bescheidenen Zuwächse, die im Jahr 2005 festzustellen waren, seien vor allem in der Unterhaltungselektronik- und der Softwarebranche entstanden; früher dagegen hätten vor allem die Branchen, die Hightech für Firmenkunden lieferten, mehr Beschäftigung verzeichnet.

Die größte Herausforderungen für weiteren Arbeistplatzzuwachs im Silicon Valley sieht der Bericht von Joint Venture Silicon Valley in der Verbesserung der Ausbildung. Es müsse sichergestellt sein, dass Arbeiter und Angestellte auch für mögliche neue Jobs richtig trainiert und ausgebildet seien. Die Zahl der High-School-Abschlüsse sei dagegen im Jahr 2005 in der Region gesunken. Auch gebe es weiterhin starke Unterschiede im Bildungsgrad zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen.

Das Silicon Valley ist auch im Jahr 2005 weit stärker von der Hightech-Industrie geprägt als andere Regionen der USA: Insgesamt arbeiteten in der Region 1,15 Millionen Menschen, laut dem Report machen Jobs in der Hightech- und Kreativ-Industrie dabei 14 Prozent des regionalen Beschäftigungsmarkts aus. In den USA insgesamt kommt dieser Bereich nur auf 2 Prozent des Arbeitsmarkts. Und auch das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen ist höher als im Rest der USA: Es liegt im Silicon Valley bei 56.633 US-Dollar, sonst bei knapp 35.000 US-Dollar. (jk)