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Was zu raten war, im zweiten Sommerrätsel

Auch bei der Software haben die Freunde des gepflegten Rätselratens mit zweieinhalb Ausnahmen die kniffligen Fragen gelöst. Nächstes Mal geht es dann nicht um Lüftungsschlitze.

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Von
  • Hal Faber

Auch bei der Software haben die Freunde des gepflegten Rätselratens mit zweieinhalb Ausnahmen die kniffligen Fragen gelöst – oder war Googles helfende Hand beteiligt? Seis drum: Am Tag der Netzkultur, an dem Nerds ihr Dasein als digital Natives feiern, ist eine kleine Aufklärung angebracht.

Obwohl der Xerox Alto schon 1973 lief, stammt der erste grafische Desktop aus dem Jahre 1976 und ist obendrein nur als Zeichnung verfügbar, wie hier zu sehen ist. Die Antwort auf Frage 1 lautet damit richtig Unterhose, jedenfalls für alle Generationen vor dem Siegeszug der Boxershorts. Bei Frage 2 nach einem Software-Projekt, das unter dem Verdacht steht, revolutionäre Bewegungen abzuhorchen, waren viele Antworten denkbar, von Haystack über die landläufige Debatte, ob Skype ein Hintertürchen hat, bis hin zum Tor-Project, das der Cryptome-Veteran John Young für unterwandert hält, weil die USA die Sache finanziert.

Frage 3 zielte auf einen Vorläufer von Skype. Im Jahre 1995 kam das Internet Phone der damals israelischen Firma Vocaltec auf den Markt. In den Nutzungsbedingungen der ersten Internet-Telefonie findet sich der Passus, dass Vocaltec berechtigt ist, eine Liste aller Programme zu speichern, die der Nutzer auf seinem Windows-PC installiert hat. In Frage 4 wurde ein anderer Begriff für das legale Abhören von Computernetzen gesucht. Gesucht werden sollte damit das Kryptoverbot in der vom damaligen Innenminister Manfred Kanther propagierten Form der Schlüsselhinterlegung.

In Frage 5 taucht das sofort enträtselte Anagramm-Programm auf, das im Buch "Das Foucaultsche Pendel" von Umberto Eco genutzt wird, um die Namen von IAHVEH zu finden. Die Frage 6 nach einer Firma, die sich erfolgreich aus der Shareware-Szene entwickelte, erbrachte mehrere mögliche Antworten. Wir hatten Procomm im Auge, wie das ebenfalls genannte Telix ein Nachfolger von PC-Talk.

Die Red Utilities waren eine beliebte Ergänzung, als DOS noch rank und schlank war.

Die Red Utilities von Frage 7 waren zu der Zeit eine beliebte Ergänzung, als DOS noch rank und schlank war. Die wichtigsten Programmergänzungen der Red Utilities waren BATCOM, das aus Batch-Dateien ein Programm erzeugte, REDCACHE für die Nutzung von Expanded Memory und FINDTEXT, die DOS-Version des Unix-Befehls grep. Bis auf die absichtlich falsche Angabe *404070#, die für eine BTX-Seite steht, wurden in Frage 8 gültige Mail-Adressen folgender Mailsysteme genannt: Applelink, Netware MHS, UUCP, CC-Mail, IBM Mail, X.400-Mail, Lotus Notes.

Frage 9 nach einer frühen, besonders unsinnigen Form der Hausvernetzung verlangte die Aufschlüsselung der zeitgenössischen Soft- und Hardwareentwicklung, die der Kontrollgruppe besonders gut gelang: Das Szenario stammt aus dem Jahre 1991. Bleibt der schlimme Fall des Zensur-Vorwurfes zu klären, den die c't ereilte, weil die Anzeige eines Shareware-Versands wegen der pornografischen Darstellung zunächst abgelehnt worden war. Die Lösung war ein schwarzer Filzstift zur zielgruppengerechten Ansprache. Links die Anzeige, wie sie in der c't erschien, rechts die Version von "Computer live", vormals Happy Computer.

Der nächste und letzte Teil des Sommerrätsels erscheint, wenn die züchtigen olympischen Sommerspiele zu Ende gehen. Im Hardware-Rätsel sollten ursprünglich Computer-Lüftungsschlitze geraten werden, was sich als allzu harte Nuss erwies. (vbr)