Nvidia mit neuen Mainboard-Chipsätzen für Intel-Prozessoren

Mit dem nForce4 SLI XE und nForce4 Ultra stellt Nvidia zwei neue Mainboard-Chipsätze für Intel-Prozessoren vor und will damit in den Markt für Mainboards in den mittleren Preisbereichen vorstoßen.

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Von
  • Thorsten Leemhuis

Mit dem nForce4 SLI XE und nForce4 Ultra stellt Nvidia zwei neue Mainboard-Chipsätze für Intel-Prozessoren vor und will damit wohl in den Markt für Mainboards in den mittleren Preisbereichen vorstoßen. Dort dürften größere Stückzahlen verkauft werden als mit Boards für Intel-Prozessoren im Highend-Bereich, wo Nvidia schon länger mit dem nForce4 SLI und nForce4 SLI X16 vertreten ist.

Vom Funktionsumfang ähneln die beiden Neulinge, die auch mit den neuen Dual-Core-Prozessoren von Intel klarkommen sollen, den beiden älteren Chipsätzen sehr: Alle vier bieten einen Dual-Channel-DDR2-Speichercontroller, Gigabit-LAN, vier SATA-II-Ports, zwei Parallel-ATA-Kanäle sowie RAID 0,1, 0+1 und 5. Doch während die beiden älteren Chipsätze noch mit AC97-Sound auskommen müssen, setzen die Neulinge auf das modernere, von vielen anderen Chipsätzen bereits unterstützte High Definition Audio (HD-Audio). Neben qualitativ besserer Sound-Ausgabe ist dieses Detail vor allem für PC-Hersteller wichtig, die ihr System mit dem Windows Vista Logo schmücken wollen: Dieses setzt Soundtreiber nach Universal Audio Architecture (UAA) voraus, was bei HD-Audio im Unterschied zu AC97 gewährleistet ist.

Der nForce4 Ultra soll künftig den günstigsten Einstieg in die nForce4-Familie für Intel bieten. Er kann nur eine PEG-Grafikkarte anbinden. Der für die gehobene Mittelklasse gedachte nForce4 SLI XE für Intel-CPUs unterstützt hingegen zwei PEG-Slots mit jeweils acht PCIe-Lanes und kann so zwei dort eingesteckte Nvidia-Grafikkarten zur Leistungssteigerung koppeln. Unter anderem Biostar, Elitegroup (ECS), Epox, Foxconn und MSI haben für Februar Mainboards mit diesen Chipsätzen angekündigt, die auf dem Markt mit Platinen auf Basis des Intel 945P konkurrieren dürften.

Oberhalb des nForce4 SLI XE positioniert Nvidia den alten, aber vom Funktionsumfang fast identischen nForce4 SLI. Er beherrscht im Unterschied zum XE nur AC97, dafür aber die ActiveArmor Secure Networking Engine genannte Hardware-Unterstützung für die dem nForce-Treiber beiliegende Firewall-Software. Im Highend-Bereich hält weiterhin der bekannte nForce4 SLI x16 die Stellung in Konkurrenz zu Intels 955X/975X- und ATIs Crossfire-Chipsätzen. Der x16 bietet ebenfalls kein HD-Audio, dafür ermöglicht er die Anbindung zweier PEG-Grafikkarten mit jeweils 16 PCIe-Lanes – oder auch die Kopplung von vier wohl mit jeweils 8 PCIe-Lanes angebundenen PEG-Grafikkarten wie im angekündigten Dell XPS 600 Renegade.

Mit dem nForce4 SLI XE und dem nForce4 Ultra dürfte Nvidia seine Position auf dem Markt für Mainboard-Chipsätze weiter ausbauen – die bisherigen Mitglieder der nForce4-Familie für Intel-Prozessoren waren eher spärlich und nur auf Platinen in höheren Preisbereichen zu finden. In den Mainboard-Preislisten für aktuelle zum Sempron und Athlon 64 passenden Modelle hingegen dominieren die Nvidia-Chipsätze – wohl unter anderem, weil hier nicht Chipsätze von Intel als Platzhirsch auftreten. (thl)