Delphi entlässt mehr als 70 Prozent seiner Produktionsbelegschaft

Der unter Gläubigerschutz stehende größte US-Automobilzulieferer Delphi trennt sich von rund 20.000 der insgesamt 27.500 in der Produktion tätigen Mitarbeiter - und ersetzt sie teilweise durch deutlich niedriger entlohnte Aushilfskräfte.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der größte US-Automobilzulieferer Delphi trennt sich von mehr als 70 Prozent seiner Fertigungsbelegschaft. Rund 20.000 der insgesamt 27.500 in der Produktion tätigen Mitarbeiter würden Delphi zum Jahresende mit Abfindungen in Höhe von bis zu 140.000 US-Dollar oder Vorruhestandsregelungen verlassen, teilte das Unternehmen mit Sitz in Troy, Michigan mit. Weitere 5000 Mitarbeiter sollen im September 2007 zur früheren Muttergesellschaft General Motors (GM) zurückkehren.

Die ausscheidenden Delphi-Mitarbeiter sollen teilweise durch niedriger entlohnte Aushilfskräfte ersetzt werden, sagte ein Unternehmenssprecher. Ein neuer Tarifvertrag soll den schwer angeschlagenen Konzern, der nach riesigen Verlusten und schlechten Geschäftsaussichten seit Oktober vergangenen Jahres unter Gläubigerschutz steht, aus der Insolvenz bringen. Statt 27 US-Dollar pro Stunde sollen neue Mitarbeiter lediglich 14 US-Dollar erhalten.

AuĂźerdem will der Autozulieferer, der im November 2003 die Grundig Car InterMedia System GmbH ĂĽbernommen hatte, 21 seiner 29 Werke in den USA schlieĂźen oder verkaufen. Betroffen sind Werke zur Herstellung von Lenkungsteilen, Bremsen und Armaturenbrettern. An den verbleibenden acht Standorten will sich Delphi auf die Produktion von Fahrzeugelektronik, Sicherheitssystemen, Heizung und Klimaanlagen konzentrieren.

Im Frühjahr hatte bereits Chef-Technologe Jean Botti das sinkende Schiff verlassen und beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS angeheuert, wo er als Chief Technical Officer (CTO) die Forschung und technologische Entwicklung des Unternehmens vorantreiben soll. (pmz)