Russische Telecom-Konzerne prĂĽfen Milliarden-Fusion
VimpelCom hat 50,7 Millionen Kunden vor allem in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Golden Telecom will bis 2010 den Marktanteil bei Ferngesprächen in Russland auf 20 Prozent verdoppeln.
In der russischen Telekommunikationsbranche bahnt sich eine Milliarden-Fusion an. Der Mobilfunk-Anbieter VimpelCom erwägt eine Übernahme des Festnetz-Unternehmens Golden Telecom für gut 4,2 Milliarden Dollar, wie die Unternehmen in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bestätigten. VimpelCom schlage einen Preis von 105 Dollar je Aktie vor, die Übernahmegespräche könnten noch scheitern.
VimpelCom und Golden Telecom werden von den gleichen Großaktionären beherrscht: Der russischen Alfa-Gruppe des Milliardärs Michail Fridman und dem norwegischen Telekommunikationskonzern Telenor. Die beiden Unternehmen waren jedoch bis zuletzt wegen des ukrainischen Mobilfunkers Kyivstar schwer zerstritten, an dem sie ebenfalls beide beteiligt sind.
VimpelCom hatte zum Ende des dritten Quartals 50,7 Millionen Kunden vor allem in Russland und anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion, ein Plus von 18,9 Prozent im Jahresvergleich. Golden Telecom will bis 2010 den Marktanteil bei Ferngesprächen in Russland auf 20 Prozent verdoppeln und hatte Ende vergangenen Jahres 190.000 DSL-Kunden.
Bei VimpelCom hält Alfa nach Angaben des Unternehmens 37 Prozent der Anteile, während Telenor auf 33,6 Prozent kommt. Bei Golden Telecom kontrolliert Alfa 26,6 Prozent und 18,3 Prozent der Anteile liegen bei Telenor. Weiterer Großaktionär ist Rostelekom, der russische Marktführer bei Ferngesprächen, mit 11 Prozent. Im Streubesitz liegen 36,2 Prozent der Anteile. (dpa) / (jk)