Speicherpreise brechen ein
Mit einem Preisabschlag von über 20 Prozent versucht die Speicherbranche den Absatz anzukurbeln. Momentan sind die Lager voll, die Kundschaft nimmt sich aber lieber eine sommerliche Auszeit. Die Distribution erwartet zunächst keine Trendwende.
Die Zeit der Stabilität ist vorbei: Die HEKs für Speichermodule sacken deutlich ab. Betroffen sind nahezu alle Typen und Kategorien. Original-Module der Klasse DDR3-1333 mit zwei bis acht GByte verlieren seit Anfang Juli zwischen zwölf und sechzehn Prozent. DDR3-1866-Speicher kaufen Reseller in der KW 33 um zirka 26 Prozent günstiger ein, als in der KW 27.
Das Segment steckt im Sommerloch, entsprechend zurückhaltend ist die Nachfrage. Zwar gibt es immer einige Distributoren, die sich zufrieden äußern, insgesamt laufen die Geschäfte mit Speichermodulen aber eher schlecht. Daher auch der teils massive Preiseinbruch. Der im Prinzip sogar noch höher ausfällt: "Wie so oft, lindert der Dollar-Kurs die Abwärtstendenzen ein wenig ab", sagt George Linardatos, General Manager bei Transcend. "An der Tendenz ändert es jedoch nichts. In dieser Woche gab es zudem eine deutliche Senkung bei DDR-Modulen mit ECC, basierend auf x4-organisierten Speicher-Chips." Die Verfügbarkeit sei nach wie vor sehr gut – von Engpässen könne keine Rede sein.
"Am gefragtesten sind weiterhin DDR3-Module (Non-ECC) mit zwei und vier GByte sowie DDR2-Bausteine mit einem und zwei GByte, ebenfalls Non-ECC", erklärt Jochen Bless, Vice President Volume Commercial bei Also Actebis. "Wobei aber auch der Bedarf an Server- und Workstation-Speicher immer mehr zunimmt."
Seit Anfang Juli sinken die Speicher-HEKs: Kostete ein DDR3-1866-Kit mit acht GByte damals noch rund 50 Euro, kaufen Händler in der KW 33 bereits ab zirka 40 Euro.
Kay Stoll, Produktmanager bei Devil, sieht die Entwicklung ähnlich: "8-GByte-Module werden zunehmend preisattraktiver, so dass der Trend zwangsläufig in diese Richtung geht. Die Nachfrage nach DDR-RAMs mit zwei GByte sind dagegen weiter rückläufig."
Das heise resale Preisradar bestätigt diese Entwicklung – meistgesucht sind 8-GByte-Kits. Allen voran das Corsair Vengeance Low Profile (DDR3-1600/41,86 Euro brutto) und G.Skill PC3-10667U (DDR1333/33,89 Euro), gefolgt von Corsairs Vengeance schwarz (DDR3-1600/41,06 Euro) sowie Kingston ValueRAM PC3-10667UE (DDR3-1333/34,69 Euro). Der durchschnittliche Verkaufspreis steigt gegenüber der Vorwoche um 7,7 Prozent auf 47,29 Euro. Anfang Juli lag der Kurs noch bei 50,45 Euro.
Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:
Also-Actebis AG
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ingram Micro GmbH
Keine Trendwende bis Q4/2012
Eine Trendwende müssen Fachhändler bis Anfang des vierten Quartals nicht erwarten: "Wir rechnen mit einer weiterhin guten Verfügbarkeit der Produkte bei stabiler Nachfrage und leicht fallendem Preisniveau", meint Florian Gerken, Senior Manager Components bei Ingram Micro Distribution. "Wir gehen davon aus, dass mit den neuen Intel Ivy-Bridge-Produkten speziell die Nachfrage nach PC1600-Arbeitsspeichern steigt." (gs)