Y2K: Hessen empfiehlt Decken und Batterien

Auch das Land Hessen rĂĽstet sich mit einem Notfallplan fĂĽr den Jahreswechsel.

vorlesen Druckansicht 61 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Egbert Meyer

Auch das Land Hessen rüstet sich mit einem Notfallplan für den Jahreswechsel. In einem internen Papier, aus dem heute die Deutschen Presseagentur zitiert, empfiehlt das Regierungspräsidium Darmstadt allen Einwohnern, ihre Wohnungen aufzuheizen, um einem möglichen Ausfall der Heizung vorzubeugen. Bürger sollten vorsorglich Decken und Schlafsäcke bereit halten, ihr Auto auftanken, rechtzeitig Bargeld abheben und über Lebensmittel-, Getränke- und Medikamenten-Reserven verfügen.

Zudem wird die hessische Feuerwehr in Alarmbereitschaft versetzt. In der Silvesternacht sollen die mehr als 2 000 Gerätehäuser des Landes mit jeweils sechs Mann besetzt sein. Die Feuerwehrleute sollen vor allem als Ansprechpartner zur Verfügung stehen, falls die Energieversorgung abbricht und stromabhängige Telefone ausfallen. Bürger sollten nach Möglichkeit herkömmliche Ersatzgeräte bereit halten und für ihr Radio Ersatzbatterien besorgen.

Dagegen sehen die Stromversorger der Silvesternacht gelassen entgegen. Nach heute veröffentlichten Recherchen der Nachrichtenagentur Bloomberg, haben die großen europäischen Anbieter rund 950 Millionen Mark für die Jahr-2000-Umrüstung ihrer Computersysteme investiert.

"Wir sind uns sicher, dass wir alle Vorkehrungen getroffen haben, um erfolgreich den Jahr-2000-Fehler zu umgehen. Allerdings können wir ein verbleibendes Risiko nicht ausschließen", zitierte Bloomberg das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk (RWE), Deutschlands zweitgrößtes Versorgungsunternehmen. RWE habe insgesamt 51,3 Millionen Mark für die Vorsorge ausgegeben. Auch Electricite de France (EDF), Europas größter Energieversorger, hat über 190 Millionen Mark investiert. Für den Katastrophenfall verdoppeln die westeuropäischen Stromversorger laut Bloomberg ihre Reserven auf 6.000 Megawatt. Erste Priorität bei der Notfallversorgung hätten Krankenhäuser, Polizeistationen und andere wichtige Einrichtungen. (em)