China und Taiwan nehmen Verbindung auf
Mit einem neuen Glasfaserkabel gibt es erstmals eine direkte Telekommunikationsverbindung zwischen dem chinesischen Festland und Taiwan. Dem von vier Telcos finanzierten Projekt wird auch politische Bedeutung beigemessen.
Ein Konsortium aus vier Netzbetreibern hat eine Glasfaserverbindung zwischen Taiwan und dem chinesischen Festland in Betrieb genommen. Die drei chinesischen Konzerne China Telecom, China Unicom und China Mobile haben zusammen mit der taiwanischen Chungwa Telecom umgerechnet rund 5,4 Millionen Euro in das Unterseekabel investiert, berichtet die Nachrichtenagentur Central News Agency in Taipeh. Das Kabel soll die Telekommunikation zwischen Taiwan und Festland verbessern.
Die zwei rund 10 Kilometer langen Glasfaserleitungen verlaufen durch die sogenannte Formosastraße zwischen der südchinesischen Stadt Xiamen und der Inselgruppe Kinmen rund 200 Kilometer vor der taiwanischen Hauptinsel. Die Leitungen haben laut Bericht eine bidirektionale Übertragungsrate von 90 Gigabit pro Sekunde, wobei Chungwha Telecom von taiwanischer Seite auf die volle Bandbreite zugreift, während die drei chinesischen Netzbetreiber je 30 GBit/s nutzen. Beide Länder können nun direkt Informationen austauschen und sind nicht mehr auf Routen über Drittländer wie Japan angewiesen.
Der neuen Verbindung wird zumindest von chinesischer Seite auch eine politische Dimension beigemessen. Das seit dem Ende des Bürgerkriegs 1949 eigenständige Taiwan und China nähern sich mit diesem Schritt weiter einander an. Allerdings verfolgt Taiwan Beobachtern zufolge eher ökonomische Ziele wie die Stärkung der eigenen Wirtschaft. Chuangwha Telecom versucht mit dem Bau von Unterseekabeln führender Netzbetreiber in der asiatisch-pazifischen Region zu werden. China hingegen erhofft sich auch eine politische Annäherung. (vbr)