Code für Yahoo-Mail wird offengelegt
Yahoo will die Schnittstelle zu Yahoo-Mail offenlegen, so dass man beispielsweise einen Yahoo-Mail-Client mit eigenem Design in seine Homepage integrieren kann.
Yahoo will noch im Jahr 2006 die Software hinter dem Webmail-Dienst Yahoo-Mail in weiten Teilen offenlegen. Dazu gehören auch die Kronjuwelen: Das "browser-based authentication"-System für E-Mail. Yahoo erhofft sich davon, dass viele externe Programmierer Software rund um die eigenen Webangebote schreiben. So soll es unter anderem möglich werden, das Design von Yahoo-Mail zu beeinflussen, wenn man den Web-Mail-Client in eigene Seiten integriert. Für Yahoo dürften jedoch Partnerschaften mit Anbietern von Spezial-Software interessanter sein als private Homepages mit integriertem (Yahoo-)Mail-Reader. Solche Anbieter könnten – so die Hoffnung – auf die Yahoo-Mail-Dienste zurückgreifen, anstatt Mail-Funktionen selbst zu programmieren.
Ein ähnliches Konzept verfolgt Google mit dem Dienst Google maps, bei dem man Landkarten und Satellitenbilder samt Navigationswerkzeugen in eigene Webseiten integrieren kann. Mit dem Online-Fotoalbum flickr hat Yahoo aber auch schon eigene Erfahrungen mit offenen Web-Anwendungen.
Mit dem bisherigen Konzept scheint Yahoo nicht mehr so gut zu fahren wie erhofft. Die Werbeeinnahmen blieben zuletzt jedenfalls hinter den Erwartungen zurück. In der vergangenen Woche munkelte man sogar, Yahoo wolle zeitweise Zwangsurlaub für Mitarbeiter anordnen.
Die Ankündigung kam passend zum ersten Yahoo-Hack-Day, der gestern Abend zuende ging. Yahoo hatte rund 500 zumeist junge Programmierer eingeladen, kreative Programme rund um Yahoo-Dienste zu schreiben und auch einige Preise ausgelobt. Einige Workshops und Seminare sollten das nötige Know-how rund um Themen wie Web 2.0 und PHP 5, vor allem aber die Yahoo-APIs vermitteln. (bbe)