Deutschlands Krypto-Politik für gut befunden (update)
Das Electronic Privacy Information Center bescheinigt Deutschland eine liberale Haltung in der Kryptographie-Politik.
Auf der Webseite des Electronic Privacy Information Center (EPIC) wurde der Kryptographiebericht 2000 veröffentlicht. Die Studie liefert Informationen über die politische Haltung einzelner Länder zum Thema Verschlüsselung und bewertet die Ergebnisse in drei Stufen, wobei die Sicherheit der Daten im Vordergrund steht. Die Ergebnisse bezüglich der einzelnen Länder hat man nach einer dreistufigen Farbskala zusammengefaßt: Rot steht für sehr restriktiv, Grün für völlig liberal und für nicht eindeutig zuzuordnende Haltungen steht Gelb.
Deutschland wurde dabei für die letzten drei Jahre als liberal eingestuft. Positiv bemerkt wurde, dass die Bundesregierung weder die Verfügbarkeit noch die Entwicklung oder den Im- und Export von Kryptographie-Software behindert.
Frankreichs Kryptographie-Politik bewertete EPIC wie im Vorjahr etwas schlechter als die der Bundesrepublik mit "Gelb/Grün". Die Regierung hatte beschlossen, die Anwendung und den Import von Verschlüsselungs-Software zu legalisieren; der Export bleibt allerdings auf schwache Kryptographie beschränkt. Zuvor war jeglicher Einsatz von Verschlüsselungs-Techniken verboten, solange man nicht vorher eine Lizenz der Regierung erworben hatte.
Besonders schlecht schnitt China ab: Bisher musste jegliche Verschlüsselungstechnik bei der chinesischen State Encryption Management Commission (SEMC) registriert werden. Diese Haltung hat China mittlerweile teilweise aufgegeben, was sich aber wohl erst im Bericht des nächsten Jahres wiederspiegeln dürfte. Nach einer Mitteilung der SEMC vom März diesen Jahres soll nur noch starke Kryptographie registrierungspflichtig sein.
Mehr dazu in Telepolis: Nur noch wenige Staaten beschränken die Benutzung starker Verschlüsselung (mst)