Kölmel verhandelt über Verkauf von Kinowelt
Der französische Bezahlsender Canal Plus verhandelt laut Medienberichten über eine Übernahme eines der größten DVD-Anbieter Deutschlands, der auch Filme für Kino und Fernsehen produziert sowie Eigentümer des Zweitausendeins-Versands ist.
Das Leipziger Medienunternehmen Kinowelt könnte schon bald einen neuen Eigentümer bekommen. Wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfuhr, verhandelt Kinowelt-Eigentümer Michael Kölmel mit dem französischen Bezahlsender Canal Plus über einen Verkauf. Den Informationen zufolge könnte es noch in diesem Jahr zu einem Abschluss kommen. Vor Weihnachten gebe es weitere Gespräche, hieß es in den Kreisen. Allerdings könnte der Deal auch noch platzen. Gleichlautende Informationen hatte auch die Leipziger Volkszeitung veröffentlicht.
Weder Kinowelt noch Canal Plus wollten sich auf Anfrage des Handelsblatts zu den Unterredungen äußern. Im Umfeld der Kinowelt hieß es, Kölmel erwäge den Schritt aus strategischen Gründen, weil er für das Unternehmen mit einem internationalen Partner eine bessere Zukunft sehe. Derzeit sei Kinowelt stark auf Deutschland, die Schweiz und Österreich beschränkt. Eine weiter gehende internationale Expansion wolle Kölmel alleine nicht starten. Die Leipziger Kinowelt ist einer der größten DVD-Anbieter in Deutschland. Darüber hinaus verleiht und produziert das Unternehmen Filme für Kino und Fernsehen.
Das Vorgängerunternehmen Kinowelt Medien AG in München war 2001 Pleite gegangen. Sein Filmstock und Geschäftsanteile ehemaliger Tochtergesellschaften bilden die Basis der Leipziger Neugründung, Außerdem kaufte Kölmel aus dem insolventen Kirch-Imperium die Filmbibliothek und hat damit die Rechte an rund 10.000 Titeln; außerdem übernahm Kinowelt im Herbst 2006 den Zweitausendeins-Versand. Kinowelt sorgte aber auch mit der teilweise eingesetzten Kopiersperrre Alpha DVD für negative Schlagzeilen. (dpa) / (jk)