Software für Nachhaltigkeitsberichte vorgestellt
Auf der Global Reporting Initiative (GRI) Conference, die heute in Amsterdam zu Ende geht, werden die neuen G3-Berichtsrichtlinien für Nachhaltigkeitsmanagement vorgestellt.
- Craig Morris
Auf der Global Reporting Initiative (GRI) Conference, die heute in Amsterdam zu Ende geht, werden die neuen G3-Berichtsrichtlinien für Nachhaltigkeitsmanagement vorgestellt. Für diese Berichte müssen wie bei den Jahresberichten eine Menge Rohdaten abgefragt und aufbereitet werden. Erschwerend kommt hinzu, dass es neben GRI G3 auch noch verwandte Standards wie ISO 14000 gibt, jeweils mit Abweichungen in der Datenerfassung. Die Softwarehersteller müssen deshalb Dutzende von Berichtsstandards abdecken.
Die Software dafür kann wie ein Dashboard aussehen: Über Ampeln wird zeitnah angezeigt, ob die Ziele – Anzahl der Arbeitsunfälle nach Standorten, Energieverbrauch pro Mitarbeiter und anderes – eingehalten werden. Der britische Anbieter entropy, der im Juni von BSI übernommen wurde, bietet eine solche Softwarelösung mit Dashboard an, die mit Microsofts SQL Server zusammenarbeitet.
Während relativ wenige deutsche Firmen solche Berichte erstellen, kommt die Software oft aus deutscher Hand. Die deutsche PE Europe GmbH, die sich als Beratungsfirma mit 16 Jahren Erfahrung auf diesem recht jungen Sektor versteht, hat mit SoFi eine standardübergreifende Lösung im Angebot, die zwar ohne Dashboard auskommt, aber als Web-Frontend möglichst kundenfreundlich aufgebaut ist.
Möglicherweise sind Dashboards in Deutschland nicht so wichtig wie in Großbritannien; wegen der unterschiedlichen Rechtslage. "Ich habe noch keinen Kunden gehabt, der diese Informationen täglich überprüfen wollte", so Robert Gabriel, Sustainability Manager bei PE Europe. Vielmehr sei es den deutschen Managern wichtig, die Frage der Haftung zu klären. "Wenn ein Mitarbeiter die Rohdaten einträgt, bekommt er eine Meldung angezeigt, wenn ein Grenzwert dabei überschritten wird." Dann sei es die Aufgabe des Mitarbeiters, das Managementteam zu informieren.
Die Technidata AG aus Markdorf ist auch auf der Konferenz vertreten. Ihre Nachhaltigkeitsmanagement-Softwarelösungen arbeiten direkt mit SAP-Software über NetWeaver zusammen. Allerdings war überraschend die SAP AG selbst mit einem wohl improvisierten Stand ohne die übliche Messeaufmachung vertreten, anscheinend ohne Absprache mit Technidata.
Sven Denecken, Senoir Vice President von Technidata, bestritt gegenüber heise online, dass die Zusammenarbeit mit SAP auf dem Spiel steht, und betonte, dass man nächstes Jahr einen gemeinsamen Stand haben müsste. Dies wollte jedoch am Stand von SAP niemand bestätigen. Die Vertreter der Forschungsgruppe sagten nur, in wenigen Tagen würde SAP Genaueres kundgeben. (Craig Morris) / (hb)