Roboterteams schweißen Mercedes-Limousinen zusammen
DaimlerChrysler setzt bei der Produktion von Mercedes-Benz-Fahrzeugen verstärkt auf Teamarbeit -- unter Robotern. Für dieses Projekt hat sich die Automobilschmiede den deutschen Roboterhersteller Kuka ins Boot geholt.
DaimlerChrysler setzt bei der Produktion von Mercedes-Benz-Fahrzeugen verstärkt auf Teamarbeit – unter Robotern. Für dieses Projekt hat sich die Automobilschmiede den deutschen Roboterhersteller Kuka ins Boot geholt. Im Werk Sindelfingen arbeiten bei der Produktion der C-Klasse bis zu 15 Automaten Greifer in Greifer – bisher sind in der Industrie Gruppen von höchstens vier bis fünf gemeinsam tätigen Robotern üblich. Wie bei autonom werkelnden Industrie-Automaten besitzt jeder der neuen, teamfähigen Roboter sein eigenes Programm festgelegter Arbeitsgänge. Darüber hinaus gibt er aber seinen Kollegen über Ethernet bekannt, wo sich das Werkstück im Raum gerade befindet. Eine spezielle Software verhindert, dass sich die Roboter im Arbeitseifer mit ihren Greifarmen in die Quere kommen.
Ohne Chef scheint die Arbeit unter Robotern nicht zu funktionieren – ein Automat übernimmt die Leitung im Team, die anderen richten sich nach ihm, was man bei Kuka bündig als "Master-Slave-Technologie" bezeichnet. Vorteil: Die Programmierung einer ganzen Roboterschar fällt nicht wesentlich aufwendiger aus als bei konventionell gesteuerten Industrierobotern, unabhängig von der Größe des Teams.
Die neuen, größeren Roboter-Teams sollen ohnehin schon hoch automatisierte Produktionsabläufe noch effizienter gestalten. Bisher bringen spezielle Transportroboter die Werkstücke von einer Fertigungszelle zur nächsten, in der jeweils vier bis fünf Automaten an der Karosserie weiterschrauben. Sind alle Roboter einer Produktionslinie als Team vernetzt, ist ein fließenderer Übergang möglich: Die Zellen rücken näher zusammen, Montiermaschinen reichen die Werkstücke selbst weiter, und bereits während der Übergabe können die Kollegen aus der nächsten Gruppe erste Schweißpunkte setzen.
DaimlerChrysler hat sich die neue Roboterentwicklung seit 2000 rund drei Millionen Euro kosten lassen – im Gegenzug verspricht Roboterhersteller Kuka, dass die Fabrikfläche um bis zu 20 Prozent und Investitionen in Fertigungsanlagen um etwa fünf Prozent reduziert werden können. (pek)