US-Tickethändler verklagt eBay

Ticketmaster wirft der eBay-Tochter StubHub vor, mit dem Verkauf von Konzertkarten gegen Ticketmasters Exklusivabkommen mit den Veranstaltern zu verstoĂźen.

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Der den US-Markt dominierende Eintrittskartenhändler Ticketmaster hat das Auktionsportal eBay und dessen Tochterunternehmen StubHub verklagt. Über eBay und die Tickethandelsplattform StubHub gehandelte Karten für Konzerte sollen Ticketmasters Exklusivrechte an bestimmten Veranstaltungen verletzen. Wenige Tage zuvor habe Ticketmaster drei Tickethändler und ein Softwareunternehmen verklagt, berichtet das Wall Street Journal.

Ticketmaster versucht mit solchen Klagen gegen den expandierenden zweiten Ticketmarkt vorzugehen, der in den USA auf ein Volumen von rund 10 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Ticketagenturen wie Ticketmaster verkaufen die Eintrittskarten aufgrund von Verträgen mit den jeweiligen Veranstaltern. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen nach eigenen Angaben 128 Millionen Tickets im Wert von 7 Milliarden US-Dollar. Auf dem zweiten Markt verkaufen Ticketbesitzer ihre Eintrittskarten weiter, hier tummeln sich aber auch Schwarzmarkthändler mit teilweise gefälschten Tickets. Der Handel läuft dabei zunehmend über Plattformen wie eBay oder StubHub, das zum Beispiel eine Versicherung gegen Betrug oder Verlust bietet. Ticketmaster schätzt, dass ein Zehntel der so gehandelten Karten von professionellen Händlern angeboten werden und nicht von Fans.

In dem Verfahren gegen StubHub geht es um Ticketverkäufe für die gemeinsame Tour der Südstaaten-Rocker Lynrd Skynyrd mit Country-Star Hank Williams Jr., die an für einige Veranstaltungsorte exklusiv von Ticketmaster vermarktet wird. Ticketmaster wirft StubHub und weiteren ungenannten Beschuldigten vor, sich auf illegitime Weise Ticketkontingente von den Veranstaltern besorgt zu haben. Ticketmaster steht wegen hoher Service- und Versandgebühren in der Kritik. Wenn auf den Sekundärmarkt-Portalen Karten aus anderen Quellen auftauchen, ist das eine ernsthafte Konkurrenz. Ticketmaster fürchtet eine Verschwörung, um seine Position auf dem Markt zu beschneiden, berichtet das Wall Street Journal. So geht es auch in den anderen Prozessen gegen Tickethändler um eine Softwarefirma, deren Programm durch multiple Anfragen an elektronischen Ticketsystemen den Tickethändlern einen Vorteil verschaffen soll.

Ticketmaster gehört zur Unternehmensgruppe Interactivecorp (IAC) des Medienmoguls Barry Diller, zu der auch das Datingportal Match.com und die Suchmaschine Ask.com gehören. In Deutschland ist Ticketmaster mit Kartenhaus.de präsent. eBay hatte StubHub erst im Januar dieses Jahres für 310 Millionen US-Dollar übernommen. (vbr)