Deutsche Bands lassen Universal Music gegen den Trend wachsen
Auch ein neues Preissystem habe sich bewährt, das man gegen Einbußen durch selbst gebrannte CDs und kostenlose Internetangebote gesetzt habe, hieß es bei Universal Deutschland.
Der Musikkonzern Universal hat im vergangenen Jahr vom Erfolg deutscher Gruppen wie "Juli" und "Tokio Hotel" profitiert und ist gegen den Branchentrend gewachsen. Der Umsatz in Deutschland habe um zwei Prozent zugelegt, während die Erlöse der Gesamtbranche um 5,8 Prozent gesunken seien, sagte der Chef von Universal Music Deutschland, Frank Briegmann, am Donnerstag in Berlin.
Der Marktanteil sei gegenĂĽber dem Vorjahr von 29,5 Prozent auf rund 32 Prozent geklettert, sagte Briegmann. "Insbesondere die Konzentration auf unsere nationalen KĂĽnstler hat im letzten Jahr maĂźgeblich zu dem Unternehmenserfolg beigetragen." Ein Ăśberraschungserfolg war etwa "Schnappi", das auch im Ausland die Charts gestĂĽrmt hatte. Die deutsche Musikbranche setzte im vergangenen Jahr rund ein Milliarde Euro um, wobei Sony BMG und Warner Marktanteile verloren haben sollen. FĂĽr 2006 rechnet der Universal-Chef fĂĽr die Branche mit einem erneuten RĂĽckgang von drei bis fĂĽnf Prozent. Der Umsatz von Universal werde voraussichtlich stabil bleiben.
Auch Universal stimmte in den Klageruf der Branche ein, der Musikindustrie machten Absatzeinbußen durch gebrannte CDs und kostenlose Angebote im Internet zu schaffen. Um sich dem entgegenzustellen, hat Universal vor einigen Monaten ein neues Preissystem eingeführt. Demnach werden Alben wenig bekannter Künstler sowie Erfolgsproduktionen einige Zeit nach der Erstveröffentlichung deutlich billiger angeboten. "Diese Strategie hat sich bewährt und wir werden sie daher fortführen", sagte Briegmann.
GroĂźe Hoffnung legt das Berliner Unternehmen auf den Vertrieb von Musik ĂĽber das Internet und auf Mobiltelefone. "Der Online- und Handy-Vertrieb wird 2006 richtig anlaufen." Der Anteil am Umsatz werde innerhalb der kommenden Jahre von zuletzt fĂĽnf auf 30 Prozent ansteigen, sagte Briegmann. (dpa) / (jk)