Nano-Hype an der Frankfurter Börse

Das vergleichsweise kleine Unternehmen Neosino hat einen fulminanten Börsenstart hingelegt. Angeblich helfen seine Produkte gegen Krebs und Hautkrankheiten

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Von
  • Sascha Mattke

Ist der Wahnsinn des Neuen Marktes zurück? Zumindest der erste Börsengang dieses Jahres im neuen Börsensegment "Entry Standard" erweckt diesen Eindruck: Nach einem Ausgabekurs von 55,55 Euro hat die Aktie der Neosino Technologies AG inzwischen Kurse um 150 Euro erreicht. Das Unternehmen kann seine Produkte mit einer Empfehlung des Deutschen Sportbundes sowie von Bayern Münchens Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt schmücken. Doch in beiden Fällen erfolgte die Empfehlung nicht ohne Gegenleistung, wie Technology Review in seiner neuen Ausgabe berichtet.

Nach Aussage von Neosino-Vorstand Edmund Krix wirken von seinem Unternehmen verkaufte Produkte gegen Krebs und Neurodermitis und ermöglichen eine schnellere Wundheilung; klinische Studien sollen bald den ausstehenden wissenschaftlichen Beweis dafür liefern. Die drei bis zehn Nanometer großen Mineralpartikel dafür werden nach einem mechanischen Mahlverfahren eines Partners, dem "Fachlabor Gerd Thöne", hergestellt. Dessen Inhaber verkaufte schon im Jahr 2001 unter der Web-Adresse www.neosino.de Mineralprodukte – damals noch ohne das Etikett "Nano".

Beim derzeitigen Börsenkurs ist Neosino auf dem Papier mehr als 200 Millionen Euro wert. Dem stehen ein Halbjahresumsatz von zuletzt 59.000 Euro (PDF-Datei) und ein Fehlbetrag von 336.000 Euro gegenüber.

Mehr über Neosino lesen in der Februar-Ausgabe von Technology Review. Sie ist seit dem 26.1. im gutsortierten Zeitschriftenhandel oder portokostenfrei online erhältlich (sma)