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Revo-Serie trennt Display vom Navi

Becker verlegt bei seinen Revo-Navis die eigentliche Navigation in einen Adapter auf der Halterung. Der Vorteil: Das Navi bleibt immer im Auto und soll bereits relevante Infos einholen, bevor man ins Auto einsteigt.

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Von
  • Achim Barczok

Becker trennt beim revo Display und Navigationsmodul, das Modul steckt auf der Halterung.

Dass Beckers neues Navigationsgerät revo rekordverdächtige 7 Millimeter dünn ist, liegt an der pfiffigen Konstruktion: Im vermeintlichen Navi steckt nur das Display. Der GPS-Empfänger und die Software hat die United-Navigations-Tochter bei seiner revo-Serie in einen Adapter zwischen Display und Navi-Halterung verlegt. Das sorgt einerseits für ein dünneres Anzeigegerät und ein aufs Notwendigste reduziertes Design: Schnittstellen am Rand braucht das revo nicht. Andererseits bleibt die eigentliche Navigation so immer im Auto und kann schon vor Beginn der Fahrt nach GPS-Signal suchen oder Staumeldungen herunterladen – zumindest, wenn man Halterung und Ladekabel im Auto belässt.

Becker nennt dies "ProActive Startautomatik": Das Navigationsgerät lernt mit der Zeit, wann der Nutzer üblicherweise wohin fährt. Nach wenigen Wochen soll das Navi dann typische Fahrten wie das Pendeln zur Arbeit oder das Feierabendprogramm im Sportclub kennen und dem Nutzer ungefragt die passende Route dazu vorschlagen – ein bisschen wie bei dem im Mobilbetriebssystem Android Jelly Bean eingebauten Assistenten Google Now. Weil das eigentliche Navi aber mit der Halterung im Auto bleibt, kann es dies schon vor Fahrtantritt tun: Fährt man jeden Tag um 8 Uhr zur Arbeit, sucht das Navigationsgerät wenige Minuten zuvor schon einen GPS-Fix, berechnet die Route zum Arbeitsplatz und holt die relevanten Verkehrsinfos ein. So sollen auch längere Wartezeiten bei der Positions-Festellung, wenn das Auto mal länger nicht genutzt wurde, passé sein. Klappt es mit der Automatik nicht so gut, lässt sich die Vorabsuche auch manuell wochentags- und zeitabhängig einstellen.

Für gewünschten Funktionen muss die im Auto verbliebene Elektronik immer mal wieder aufwachen, um neue Infos abzurufen. Der Stromverbrauch soll dabei minimal sein. Damit das Navi bei konstant eingestecktem Kabel an der Bordspannungssteckdose die Starterbatterie nicht unnötig entlädt, kann die Ladeelektronik über die Spannung an der Steckdose erkennen, ob die Zündung ausgeschaltet ist – und lädt den Navi-Akku dann nicht auf. Schnittstellen wie ein Anschluss für Rückfahr-Kameras und das Bluetooth-Modul zu Verbindung mit Smartphones stecken im Adapter.

Becker hat bei seinem Premium-Navi revo die Oberfläche überarbeitet. Neu ist unter anderem ein 3D-Fahrspurassistent.

Eine weitere auffallende Neuerung ist das kapazitive, multitouchfähige 5-Zoll-Display – die meisten Navigationsgeräte setzen druckempfindliche Displays ein. Darüber ließ sich das Gerät bei einem ersten Versuch auf der IFA in Berlin gut bedienen, wenn es auch beim Zoomen in der Kartenansicht ziemlich ruckelt.

Becker hat außerdem seine Navigationsoberfläche etwas überarbeitet und ein paar Zusatzfunktionen wie eine dynamischen Fahrspurassistenten eingebaut, der während der Fahrt an einigen Stellen eine 3D-Animation der Straßenführung mit Fahrspuren einblendet. Inklusive sind kostenlose Kartenupdates (bis zu drei pro Jahr) für die Geräte-Lebensdauer, die allerdinge innerhalb der ersten 30 Tage nach Inbetriebnahme über die Becker-PC-Software aktiviert werden müssen.

Die revo-Serie soll zum Weihnachtsgeschäft auf den Markt kommen und ist preislich im Premium-Segment angesiedelt: Die Version mit Europakarten für PKW-Navigation (revo.1) wird voraussichtlich etwa 350 Euro kosten, die Version mit Zusatzinformationen für Camper und LKWs (revo.2) etwa 400 Euro. (acb)