Digital-TV-Receiver binden Internet-TV-Sender ein
TechniSat integriert künftig in seine Receiver DigiCorder ISIO und DIGIT ISO über den TV-Dienst "watchmi" Themenkanäle aus dem Internet.
TechniSat präsentiert auf seinem IFA-Stand (Halle 2.2, Stand 102) eine kommende Firmware-Fassung für seine Digital-TV-Receiver DigiCorder ISIO und DIGIT ISO. Ist diese installiert, listen die Modelle in ihrem elektronischen Programmführer "SiehFern INFO" auch Video-on-Demand-Angebote aus dem Internet auf. Darunter befinden sich etwa die Mediathek Arte+7 des deutsch-französischen Kultursenders Arte oder Themenkanäle zu Lego-Bausteinen oder Neuwagen. Wählt man einen Kanal an, wird das Angebot neu gestartet; fortlaufende Livestreams gibt es hingegen nicht. Allerdings lassen sich über die EPG-Seite durchaus verschiedene Videobeiträge wählen. Einige Inhaltelieferanten wechseln zudem ihr Angebot von Zeit zu Zeit, sodass man beim Start auch mal ein anderes "Programm" sieht.
(Bild:Â Nico Jurran / heise online)
Koordiniert wird der Dienst von "watchmi", hinter dem wiederum die Axel Springer Digital TV Guide GmbH steht. Das Unternehmen hatte bereits 2008 gemeinsam mit Philips-Tochter Aprico einen intelligenten elektronischen Programmführer angekündigt: Statt dem Anwender nur die Möglichkeit zu geben, programmübergreifend nach TV-Sendungen zu suchen und über die Trefferliste Aufnahmen zu planen, sollte der Nutzer hier eigene virtuelle TV-Kanäle anlegen können, die sich fortan wie gewöhnliche Fernsehkanäle anwählen lassen.
Zur Verdeutlichung sei einmal angenommen, ein Zuschauer ist Fan der Serie "Die Simpsons". Hat er eine Folge in der Programmvorschau gefunden, kann er mit einem Knopfdruck einen eigenen "Simpsons"-Kanal anlegen, der von dem Dienst bis auf weiteres automatisch mit den aktuell ausgestrahlten Folgen befüllt wird. Nun kann der Nutzer jederzeit seinen Kanal anwählen, worauf alle aufgezeichneten Episoden nacheinander wiedergegeben werden – gerade so, als sehe er tatsächlich einen entsprechenden TV-Kanal. Natürlich ist es möglich, die Wiedergabe zu unterbrechen oder eine Folge komplett zu überspringen. Über die vom Fernsehsender ausgestrahlte Werbung kann der Anwender hinwegspulen, das System zeichnet sie aber mit auf und gibt auch beim Überspringen dieser eher unbeliebten Passagen keine weitere Hilfestellung. Und der eigene TV-Kanal sollte dabei nicht auf eine Serie beschränkt sein, sondern auch Sendungen eines Genres (etwa Nachrichten oder Kochshows) erfassen können.
Bereits 2009 sollten erste Unterhaltungselektronikgeräte mit dem Aprico-System auf dem Markt erhältlich sein; tatsächlich erschien dann unter dem Namen "watchmi" lediglich ein Plug-in für Windows-Media-PCs. Dieses bildete immerhin das Grundkonzept recht ordentlich ab – anders als die nun auf der IFA gezeigte gleichnamige Umsetzung für die TechniSat-Recorder. Auf diesen Umstand angesprochen, erklärte der Receiver-Hersteller, dass es sich dabei lediglich um den ersten Schritt auf dem Weg der Umsetzung des ursprünglichen Aprico-Systems handele. Künftig wolle man die Erstellung eigener Themenkanäle ermöglichen; zunächst sollten die Kunden aber an die nahtlose Verknüpfung von TV und Internet-TV herangeführt werden. (nij)