Nie mehr stromlos?

Starterbatterien verabschieden sich gerne zur Unzeit. Dass die Akkus meist unerwartet schlappmachen, ist ein bekanntes Übel. Wissenschaftler haben jetzt ein effektives Frühwarnsystem entwickelt

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Bochum, 2. September 2012 – Mit den zunehmend kühleren Tagen beginnt die neue Starthilfe-Saison: Eine leere Fahrzeugbatterie hat schon so manchen Autofahrer zum unfreiwilligen Fußgänger gemacht. Dass die Akkus meist unerwartet und keineswegs nur im Herbst oder Winter schlappmachen, ist ein Generationen von Autofahrern bekanntes Übel. Angesichts einer immer größeren Anzahl stromzehrender Verbraucher und Start-Stopp-Systemen in den modernen Autos wird es auch nicht seltener.

Dass solche Pannen künftig vermeidbar sein sollen, daran arbeiten Wissenschaftler der RUB-Arbeitsgruppe für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik um Prof. Dr. Constantinos Sourkounis und Philip Dost. Wie sie vermelden, haben sie gemeinsam mit der Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG ein effektives Frühwarnsystem entwickelt. Der "elektronische Blick" ins Innere einer Batterie war bisher eine harte Nuss für die Elektroingenieure. Die Ergebnisse der Forscher sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer besseren "Batterie-Transparenz".

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Die Wissenschaftler für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik benutzen präzise Leistungsmesswiderstände zur Erfassung des Batteriezustands.

Das neue Batteriemanagementsystem für die gängigen Blei-Säure-Akkumulatoren soll die Fahrer vor dem Totalausfall bewahren. Über den vorhandenen Bordcomputer erfährt es vom Wechsel oder Einbau einer neuen Fahrzeugbatterie. Anders als bisherige Batteriemanagementsysteme muss es anschließend nicht in der Werkstatt neu angelernt werden. „Während der ersten Fahrt misst sich das System automatisch ein und erkennt zugleich die aktuellen Batterieparameter“, sagt Prof. Sourkounis. Es gibt Auskunft über Alter, Ladegrad und Funktionsfähigkeit der Fahrzeugbatterie. Diese intelligente Steuerung auf Basis von Präzisionswiderstandsmesserten ist dringend notwendig, denn moderne Pkws brauchen immer mehr Energie. Außer den klassischen Verbrauchen Anlasser und Scheinwerfern wollen in modernen Autos Start-Stopp-Systemen und Dutzende kleiner Elektromotoren, etwa für die Scheibenheber oder die Sitzverstellung und eine Vielzahl Sensoren elektrisch versorgt sein.