IIS 8 mit vielen Neuerungen

Internet Information Services 8 im neuen Windows Server 2012 hat einige Neuerungen zu bieten – darunter, dass standardmäßig das .NET Framework 4.5 vorgesehen wird.

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Von
  • Harald M. Genauck

Eine Reihe von Neuerungen hat der IIS 8 (Internet Information Services) im neuen Windows Server 2012 zu bieten, den Microsoft kürzlich bereit gestellt hat. Nun wird standardmäßig das .NET Framework 4.5 vorgesehen, das als so genanntes Inline-Replacement zu seinem Vorgänger 4.0 weitgehend kompatibel ist. Das .NET Framework 3.5 als "echter" Vorgänger lässt sich optional ebenfalls installieren. Sowohl die grafische Managementoberfläche als auch die Kommandozeilenwerkzeuge sind für beide Framework-Versionen ausgelegt und bieten jeweils versionsspezifische Optionen.

Die als Modul für den Vorgänger IIS 7.5 in Windows Server 2008 nachgereichte "Application Initialization" ist nun in IIS 8 integriert. In globalen und in anwendungsspezifischen Regeln lässt sich das Startverhalten jeder Anwendung festlegen. Während des Startvorgangs kann eine Platzhalterseite ("Splash Page") angezeigt werden, deren Auswahl sich zusammen mit dem Url-Rewrite-Modul steuern lässt.

Die Verwaltung von SSL-Zertifikaten trägt der Skalierbarkeit in Webserver-Farmen Rechnung. Die Zertifikate lassen sich jetzt von einem zentralen File-Server laden. Umständliche Importe für jeden einzelnen Server erübrigen sich damit. Mit der Unterstützung von Server Name Indication (SNI) können sich mehrere Websites mit unterschiedlichen (domain-gebundenen) Zertifikaten eine IP-Adresse teilen. Das Feature funktioniert aber nur mit neueren Browsern und Client-Betriebssystemen. Windows XP oder Internet Explorer 6.0 unterstützen noch kein SNI.

Eingebaut ist ebenfalls eine dynamische Filterung von IP-Adressen. Auszuschließende Adressen werden direkt geblockt oder können einen anderen HTTP-Status an den Client zurückgeben, statt wie bisher nur Status 403.6. Ein Proxy-Modus erlaubt die Berücksichtigung des HTTP-Headers X-Forwarded-For (XFF), der die IP-Adresse des Aufrufers enthält, wenn der Zugriff über eine Proxy erfolgt.

Die Einstellungsmöglichkeiten der CPU-Nutzungsbeschränkung für IIS-Anwendungspools ist erweitert worden. Eine Website, die eine CPU zu intensiv nutzt, wird nicht mehr einfach abgeschaltet, sondern gedrosselt. Die Drosselung ist an Benutzer gebunden und wirkt für alle Anwendungspools, die unter demselben Benutzer laufen. (ane)