Entwickler des Linux-Kernels wollen intensivere Zusammenarbeit mit OSDL
Linux-Entwickler Greg Kroah-Hartman hat zusammen mit 17 Kernel-Kollegen den Industriezusammenschluss zur Linux-Förderung erfolgreich zu einer engeren Zusammenarbeit mit der Kernelgemeinde aufgefordert.
Linux-Entwickler Greg Kroah-Hartman, derzeitig verantwortlich für diverse Kernel-Subsysteme, fordert zusammen mit 17 hochrangigen Kernel-Kollegen die Open Source Development Labs (OSDL) zu einer engeren Zusammenarbeit mit der Kernelgemeinde auf. In seinem Blog fasst Kroah-Hartman die Ergebnisse eines Treffens der Kernel-Entwickler zusammen, das er als Reaktion auf die unbefriedigenden Beziehungen zum Industriezusammenschluss zur Förderung von Linux einberufen hatte.
Danach sollten bei der OSDL die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit eine Weitergabe von durch Non-Disclosure Agreements geschützten Hardwarespezifikationen unabhängig von den am jeweiligen Treiberprojekt beteiligten Entwicklern erfolgen kann. Die Codeschreiber sollten frühzeitig an genaue Hardwareinformationen gelangen, damit Treiber schon zum Zeitpunkt der Erstauslieferung bereitstehen können. Die OSDL soll sich außerdem dafür einsetzen, dass sich die Hersteller bei der Integration von eigenem Code in den Linux-Kernel an die Gepflogenheiten bei dessen Entwicklung halten, auf Sonderwege verzichten und beispielsweise die vom Kernel bereitgestellten APIs nutzen. Von Forderungen nach Einflussnahme auf die Kernelentwicklung, wie zu Unix-Zeiten üblich, sollten die Hersteller künftig ganz absehen – bei Linux zählten allein der Code und die Ideen.
Weiter schlägt die Entwicklergruppe den hauptamtlichen Einsatz eines Linux-Dokumentators für den Kernel vor, da nur so der technische Begleittext ständig auf dem Laufenden zu halten sei. Das OSDL-Fellowship-Programm, das derzeit Linus Torvalds und Andrew Morton für herstellerneutrale Aufgaben freistellt, habe sich bewährt und sollte mit weiteren, zeitlich begrenzten Stellen ausgebaut werden. Wegen der begrenzten finanziellen Resourcen innerhalb der Kernelgemeinde sollten die OSDL außerdem Reisen zu Konferenzen unterstützen. Auch die User-Groups sollten eine Förderung erhalten, da dies die Brutstätte für viele derzeitige Kernel-Entwickler gewesen sei und weiterhin sein werde. Nicht zuletzt sollten weltweite technische Konferenzen nach dem Vorbild der ALS wieder ins Leben gerufen werden.
Zu guter letzt fordern die 17 Linux-Entwickler eine Kernelvertretung in Form eines Beirats bei der OSDL, der den direkten Draht der Sponsoren zur Entwicklergemeinde darstelle. Ein Vertreter im OSDL-Aufsichtsrat soll außerdem die Umsetzung der Vorschläge im Sinne der Linux-Entwickler sicherstellen. Kroah-Hartman schließt seine Zusammenfassung mit dem erfreulichen Resultat ab, dass sich die OSDL schon bereiterklärt hat, alle Vorschläge umzusetzen – nun beginne die schwierige Arbeit ... (mhe)