Symbian erleichtert Zertifizierungsprozess

Symbian vereinfacht die Ausstellung von Zertifikaten für Anwendungen und senkt die Preise. Für Open-Source- und Freeware-Programme ändert sich jedoch nichts.

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Von
  • Christian Kirsch

Wer Software für mobile Geräte mit SymbianOS ab Version 9 entwickeln will, braucht ein Zertifikat, damit Anwender das Programm installieren und starten können. Abhängig von den benutzten APIs kostet die Ausstellung dieses Zertifikats Zeit und Geld. Handelt es sich nicht um sicherheitsrelevante Schnittstellen, untersucht ein "Testhaus" im Wesentlichen nur die saubere (De-)Installierbarkeit des Programms. Benutzt die Anwendung jedoch APIs, die auf lokale Daten zugreifen oder Kosten verursachen können, muss der Entwickler ihren Einsatz begründen. Das Testhaus prüft die Anwendung in diesem Fall gründlicher, was mehrere hundert Dollar kosten kann. Für die Verwendung einiger Schnittstellen ist sogar die Zustimmung des Geräteherstellers erforderlich.

Diesen Prozess will Symbian nun ">vereinfachen und teilweise preiswerter gestalten. So verlängert das Unternehmen die Gültigkeit der Zertifikate für nicht registrierte Entwickler von einem halben auf drei Jahre, beschränkt den Einsatz aber auf ein Gerät. Wer sich als Entwickler registriert und für 200 US-$ bei TC Trustcenter eine Publisher ID erwirbt, kann das Zertifikat ebenso lange verwenden und statt bisher 100 nun bis zu 1000 Testgeräte nutzen (Open Signed). Solche Zertifikate sind jedoch wegen der Bindung des Programms an die Endgeräte nur für die Entwicklungsphase geeignet.

Neu hinzugekommen sind Zertifikate für Programme, die auf einige APIs verzichten können (etwa für DRM (Digital Rights Management) und das Schreiben privater Dateien): Sie stellt Symbian nun online ohne Prüfung durch ein Testhaus für 20 US-$ pro Anwendung aus (Express Signed). Gleichzeitig hat das Unternehmen die Menge der APIs reduziert, deren Benutzung die Gerätehersteller ausdrücklich zustimmen müssen. Tests ("Audit") finden nur noch stichprobenartig statt.

Für Entwickler von Open-Source-, Freeware- und Shareware-Programmen gibt es jedoch keine Erleichterung: Sie benötigen weiterhin eine kostenpflichtige PublisherID.

Eine genaue Beschreibung des Zertifizierungsprozesses und der Testkriterien ist online als PDF erhältlich. (ck)