Oracle entschädigt die US-Regierung
Knapp 100 Millionen US-Dollar will der Datenbank-Hersteller an die amerikanischen Behörden zurückerstatten, als Wiedergutmachung für zu hohe Preise, die PeopleSoft in öffentlichen Projekten gefordert hatte.
PeopleSoft soll die US-Regierung betrogen haben und wurde daher auf Schadensersatzzahlungen verklagt. Nach Abschluss der Übernahme von PeopleSoft im vergangenen Jahr erklärt sich nun Oracle bereit, rund 98,5 Millionen US-Dollar zu zahlen. Der Datenbank-Hersteller will damit einen Schlussstrich unter die Auseinandersetzung im Zusammenhang mit dem so genannten General-Services-Administration-(GSA-)Programm ziehen.
Per GSA verpflichten die amerikanischen Behörden die Hersteller dazu, ihre Preislisten für die Privatwirtschaft offenzulegen, wenn sie an öffentlich ausgeschriebene Projekte gelangen wollen. Im vorliegenden Fall hatte PeopleSoft nach Auffassung des Justizministeriums die Unternehmen gewährten Rabatte zu niedrig angegeben. Dadurch hätten öffentliche Auftraggeber in den Jahren von 1999 bis 2005 überhöhte Preise an den Softwareanbieter gezahlt.
Die Klage gegen PeopleSoft hatte der ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens, James A. Hicks, beim US Bezirksgericht in Maryland eingereicht. Die Behörden schlossen sich der Klage erst im Laufe dieses Jahres an. Oracle habe von dem anhängigen Verfahren zum Zeitpunkt der Übernahme keine Kenntnis gehabt, erklärte Unternehmenssprecher Bob Wynne gegenüber dem Wall Street Journal. Der Konzern sei dennoch zur uneingeschränkten Kooperation mit den Behörden bereit, um den Fall aufzuklären.
In den USA erlaubt es der "False Claims Act" Privatpersonen im Namen der Behörden Klage einzureichen, wenn öffentliche Gelder durch Dritte auf betrügerische Weise erschlichen wurden. Das Gesetz sieht außerdem vor, dass der Kläger in einem solchen Fall einen Teil der Entschädigungssumme erhält. James Hicks darf sich daher auf 17,7 Millionen US-Dollar freuen. (map)