Zehn Millionen Kinderporno-Seiten im Web?

Die Polizei hat derzeit lediglich die Spitze des Eisbergs im Visier.

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Von
  • Frank Möcke

Bei Ermittlungen gegen Kinderpornos im Internet steht die Polizei nach Ansicht von Bayerns Innenminister GĂĽnther Beckstein (CSU) erst am Anfang. "Wir haben bisher nur die Spitze des Eisbergs", sagte er auf einer Podiumsdiskussion der Jungen Gruppe der Gewerkschaft der Polizei am Dienstag in Frankfurt.

Nach Schätzungen werden weltweit auf zehn Millionen Seiten im Web Kinderpornos angeboten. Mittlerweile spezialisieren sich auch in osteuropäischen Ländern wie etwa in Rumänien kriminelle Banden auf die Herstellung von Gewaltvideos. Um die grenzüberschreitende Kriminalität weltweit ächten und bekämpfen zu können, fordert die Junge Gruppe der Gewerkschaft der Polizei die Aufnahme des Delikts "Verbreitung kinderpornografischer Inhalte" ins Strafgesetzbuch.

"Pro einem ermittelten Fall gehen uns 30 durch die Lappen", so Beckstein. Der Handel mit Kinderpornos, mit dem weltweit fünf Milliarden US-Dollar und in Deutschland 1,5 Millionen Mark umgesetzt werde, müsse besser bekämpft werden.

In Bayern ermittelt seit vergangenem Jahr eine Gruppe von etwa 40 "Cybercops" verdeckt gegen die Hersteller und Vermarkter von Kinderpornos. Die Porno-Mafia sei international organisiert und nutze LĂĽcken in den nationalen Gesetzen aus, sagte Beckstein. Von den Internet-Anbietern forderte er mehr Verantwortung, damit pornographische Inhalte gar nicht ins Netz gelangten.

Notwenig sei auch die kontinuierliche Schulung und Weiterbildung der ermittelnden Beamten im Umgang mit dem Internet und ein schnellerer Datenaustausch zwischen den nationalen Polizeien. (fm)