Sun stellt Dual-Workstations mit Opteron- und UltraSPARC-CPUs vor

Mit den Workstations Ultra 40 und Ultra 45 poliert Sun das Angebot an Desktop-Systemen auf.

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Die Firma Sun hat zwei neuen Workstations mit jeweils zwei Prozessorfassungen eingeführt, die für AMD-Opteron-2xx- (Ultra 40) beziehungsweise Sun-UltraSPARC-IIIi-CPUs (Ultra 45) ausgelegt sind und PCI-Express-Steckplätze bieten.

Die äußerlich und auch in einigen technischen Aspekten sehr ähnlichen Geräte weisen trotz dieser Gemeinsamkeiten einige wesentliche Unterschiede auf. Zu den Gemeinsamkeiten zählen leicht wechselbare, aber nicht redundante 1000-Watt-Netzteile, jeweils vier Speicher-Steckplätze für DDR-DIMMs pro Prozessor und bis zu 16 GByte Speicher pro Workstation, jeweils zwei GBit-Ethernet-Ports und die erwähnten PCIe-Slots. Hier beginnen die wesentlichen Unterschiede: Die auch unter Windows XP (x64) lauffähige Ultra 40 bietet zwei PCIe-x16-Slots für Grafikkarten und soll "SLi ready" sein – was Sun damit genau meint, bleibt fraglich; möglicherweise funktioniert SLi unter Solaris nicht. Jedenfalls offeriert Sun diverse Grafikkarten mit Nvidia-Quadro-Chips und höchstwahrscheinlich stammt auch der Chipsatz der Ultra 40 von Nvidia (Nforce Professional 2200).

Auf dem Mainboard der Ultra 45 sitzt indes ein "I/O ASIC" von Sun, der ebenfalls zwei PCIe-x16-Slots anbindet, allerdings mit jeweils nur 8 Lanes; von SLi ist hier nicht die Rede. Als Grafikkarten kann man ein oder zwei der älteren 5-Volt-PCI-Karten XVR-100 oder der neuen XVR-2500 wählen, die anscheinend ein PCIe-Interface haben.

Während die Ultra 45 neben einem weiteren PCIe-x8-Slot (mit 4 Lanes) auch noch zwei PCI-X-100-Slots aufweist und statt mit 3,5-Zoll-SATA-Festplatten auch mit 3,5-Zoll-SAS-Laufwerken zu haben ist, muss man bei der Ultra 40 mit konventionellen PCI-Slots und SATA-Disks vorlieb nehmen. Hier gibt es allerdings auch noch zwei PCIe-x4-Slots. Außerdem ist die Ultra 40 mit FireWire-Adapter und Mehrkanal-Audio-Chip mit SPDIF-Ein- und Ausgängen eher für Multimedia-Anwendungen geeignet.

Die Preise für die Ultra 40 beginnen bei 2295 US-Dollar (beziehungsweise 2100 Euro), während man für eine Ultra 45 mindestens 3695 US-Dollar (3400 Euro) ausgeben muss. Die UltraSPARC-IIIi-Chips enthalten jeweils nur einen Kern, während AMD bekanntlich Dual-Core-Opterons liefert; mit zwei Opteron 280 soll die Ultra 40 laut Sun eine Reihe von Benchmark-Rekorden für Workstations brechen.

Sun hat noch drei weitere Opteron-Workstations im Angebot, nämlich die vor eineinhalb Jahren eingeführten "Sun Java Workstations" W1100z und W2100z mit AMD-8000-Chipsatz (die sehr ähnlich wie die erste Generation der IBM IntelliStation A Pro aufgebaut sind) sowie die preiswerte Ultra 20, die für einen Sockel-939-Opteron und ungepufferten Speicher ausgelegt ist.

Laut Sun läuft übrigens ein erheblicher Anteil der Opteron-Workstations statt unter dem vorinstallierten Solaris 10 unter Windows XP oder Linux, weil sie als CAD-Systeme mit Software wie PRO/Engineer oder CATIA zum Einsatz kommen. Trotz der groß angekündigten Kooperation mit Microsoft bietet Sun aber Windows XP im Online-Shop bisher nicht als Konfigurationsoption für die Opteron-Workstations an. Dennoch konkurriert Sun auch mit Windows-Workstations von Dell, Fujitsu Siemens, Hewlett-Packard oder IBM. (ciw)