Expansion beschert ARM deutliches Umsatzplus

Die britische ARM Holdings, Muttergesellschaft des Prozessor-Designers ARM, hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2005 auf rund 340 Millionen Euro gesteigert. Im vierten Quartal lieferten Vertragspartner ein halbe Milliarde Geräte mit ARM-Technik aus.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Die britische ARM Holdings, Muttergesellschaft des für lizenzierbare Mikroprozessorkerne (IP-Cores) bekannten Prozessor-Designers ARM, hat die Erlöse im Geschäftsjahr 2005 um 52 Prozent auf umgerechnet 339,7 Millionen Euro (232,4 Millionen Pfund) gesteigert. Verantwortlich für den deutlichen Umsatzanstieg ist vor allem die Integration des einstigen US-Konkurrenten Artisan Components, den ARM im Jahr 2004 für 913 Millionen US-Dollar (890 Millionen Euro) übernommen hatte. Ohne Berücksichtigung von Artisan Components stieg der ARM-Umsatz im Jahresvergleich um 14 Prozent. Den Gewinn vor Steuern nach GAAP-Rechnungslegung bezifferte das Unternehmen mit Sitz in Cambridge am heutigen Dienstag mit 77,8 Millionen Euro (53,2 Millionen Pfund).

Im vierten Quartal 2005 setzte das Unternehmen 91,94 Millionen Euro (62,9 Millionen Pfund) um, der Vorsteuergewinn betrug 23,1 Millionen Euro (15,8 Millionen Pfund). Vertragspartner lieferten im Zeitraum Oktober bis Dezember insgesamt 499 Millionen Geräte mit ARM-Technik aus. Die durchschnittlichen Lizenzgebühren (Average Royalty Rate, ARR) lagen bei rund 6 Cent pro Gerät – ein Rückgang gegenüber dem dritten Quartal um 7,6 Prozent, was ARM mit der Auslieferung von deutlich mehr Low-Cost-Mobiltelefonen, Festplatten und WLAN-Chipsets erklärt. Rund 34 Prozent der ausgelieferten Geräte wurden mit ARM9-Kernen bestückt, in acht Prozent werkelt ein ARM926-Kern.

Im Geschäftsjahr 2005 verkaufte ARM insgesamt 71 neue Lizenzen für die Prozessorfertigung, sechs mehr als im Jahr zuvor. Im vierten Quartal wurden elf Vertragsabschlüsse verbucht. Zur Stärkung der eigenen 32-Bit-Produktlinie hatte ARM zuletzt für 4,6 Millionen US-Dollar das Münchener Elektronik- und Software-Haus Keil übernommen. Keil bietet Compiler und Entwicklungswerkzeuge für Mikrocontroller an, die Unternehmenangaben zufolge von rund 100.000 Programmierer genutzt werden. Mit der neuen Cortex-Familie versucht ARM, Entwicklern, die bisher auf 8- oder 16-Bit-Controller gesetzt haben, zum Umstieg auf 32 Bit zu bewegen. (pmz)