ThemenmolekĂĽl: Im Labor der Gegenwart
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit einem Teilchenbeschleuniger á la Leonardo, Poesie und Mathematik sowie Visualisierungsmethoden.
- Peter Glaser
Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit einem Teilchenbeschleuniger á la Leonardo, Poesie und Mathematik sowie Visualisierungsmethoden.
Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.
Der italienische Graffitikünstler BLU hat sein neuestes Wandgemälde in einer Wohngegend auf Sardinien vollendet. Es zeigt verschiedene Laborgefäße, um die Geschichte der einsamen Insel, ihrer Menschen und ihrer wichtigsten Industriezweige zu erzählen.
Hierzu passend aus der Reihe MIT Open Courseware ein Kurs über Techniken im chemischen Laboratorium: Zu lernen, wie man durch die tückische Untiefen des Chemielabors navigiert, ist eine knifflige Aufgabe. Glücklicherweise können Interessierte die feinen MIT-Online-Kurse nutzen, um sich mit solchen Dingen besser vertraut zu machen. Der Kurs besteht aus "intensiver praktischer Ausbildung in grundlegenden Chemielabor-Techniken", die Website enthält dazu eine Reihe von Lehrvideos (und Sicherheitshinweisen). Das Handbuch und die Materialien für diesen Kurs wurden von Dr. Katherine J. Franze und Dr. Kevin M. Shea in Zusammenarbeit mit einer Reihe ihrer Kollegen erstellt. Interessierte können sich ihren eigenen Weg durch den Lehrplan, den Kurskalender, die Labors und die Lernmaterialien suchen.
Ein wundervoller, in Leonardo-da-Vinci-haften Entwürfen dargelegter Large Hadron Collider von Dr. Sergio Cittolin, einem Projektmanager am europäischen Kernforschungszentrum CERN.
Ein Buchumschlag aus der Golden Library of Knowledge im eleganten Stil der Sechzigerjahre: "Atoms – The Core of All Matter" und einer über "Mathematics – The Story of Numbers, Symbols and Space". Hier weitere Bilder aus Wissenschaftsbüchern der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts: Vintage Science, ein Flickr-Fotopool. Aus der goldenen Zeit des Ingenieurtums: Männer, die Raketen entwerfen – Rocket Engines and Missile Propulsion. Hierzu die zwei schönen Flickr-Sets Our Retro Future in Space und Mid-century Space Illustration. Weitere Raketenkonstrukteure mit weissen Hemden und Planrollen sind hier zu sehen; hier die Abteilung für chemische Forschung ("Never trust a chemist in a white coat") sowie eine Art Molekül der Tätigkeiten des Chemikers. Attention Space Cadets – and Welcome: Abheben in die Zukunft von Gestern!
Math and Metaphor: Poesie als Methode im Mathematikunterricht. Für junge Menschen ist Mathematik oft erschreckend langweilig oder verwirrend. Es kann schwer sein, damit an Leute heranzukommen, die schwierige ersten Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben. Daher hat Professor Patrick Bahls von der University of North Carolina in Asheville versucht, es mal ein bisschen anders zu machen. Im Herbst 2007 forderte er Mathematikstudenten erstmals auf, über ihre Erfahrungen mit Mathematik Gedichte zu schreiben. Die Ergebnisse waren, wie Spock sagen würde: faszinierend. In einem 15-seitigen Artikel schildert Bahls Erfahrungen aus dem Unterricht, legt einiger der Gedichte seiner Studenten vor und erörtert, wie man Metaphern benutzt, um den lyrischen Prozess zu unterstützen.
Wie blicken wir auf die Welt der Keime? Oder auf andere wichtige Dinge? Die enthusiastischen Wissenschaftler am American Museum of Natural History haben eine Online-Begleitung zu einer Dauerausstellung in ihrem Haus angefertigt: Picturing Science: Museum Scientists and Imaging Technologies. Zum Anschmecken gibt es unter anderem eine Fotogalerie mit Bildern, die im Infrarotbereich, unter dem Rasterelektronenmikroskop und in CT-Scannern entstanden sind. Zu sehen sind unter anderem Makrelen, Skorpione und eine deutsche Wespe.
Das Jahrhundert des Kindes: "Growing by Design, 1900-2000". Das Museum of Modern Art (MoMA) zeichnet die Geschichte der Kindheit anhand von Produkten und Kunstobjekten nach, die seit 1900 für Kinder entwickelt wurden. Folgt man dem Auswahlrad im Uhrzeigersinn, schreitet man durch die Jahrzehnte fort. Zu den bemerkenswerten Beispielen gehört eine Reihe von Objekten der Prairie School, einschließlich eines 1902 William Drummond entworfenen High Chair und einer Ikone von Frank Lloyd Wright – der Glasfenster aus dem Avery Coonley Playhouse. Ein lächelnder Walt Disney steht neben einem Luftbild von Disneyland als Repräsentant der beginnenden Ära des "Power Play" für Kinder in den Sechzigerjahren, und von den Blechraketen der Space Age führt die Zeitleiste weiter zu Aibo, Videospielen und einer Angry-Goth-Lolita-Puppe unserer Tage. (bsc)